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So führt man ein Drogenkartell erfolgreich

Sonntag, 06.11.2016 16:20 von

Ein Buch wie eine Überdosis: Ein Wirtschaftsjournalist untersucht die Arbeit der Drogenbosse und entlarvt die Fehler der Politik mit ökonomischer Präzision. Seine Ratschläge sind nur auf den ersten Blick verstörend.

Tun wir einfach mal so, als wären Drogenbarone nicht nur Kriminelle mit einer exzessiven Leidenschaft zu Brutalität, sondern auch CEOs von milliardenschweren Unternehmen. Mal abgesehen davon, dass einige ihrer Spielregeln sich erheblich von denen klassischer Firmen unterscheiden: Im Grundsatz gelten für Kartelle dieselben Regeln wie für jedes andere Wirtschaftssubjekt auch.

Und deshalb behandelt der Wirtschaftsjournalist Tom Wainwright die Kartelle auch wie Unternehmen und beurteilt die Politik in aller Welt danach, wie erfolgreich sie ihre Machenschaften eingrenzen. Das Ergebnis, soviel sei vorweg gesagt, ist vernichtend: Die allermeisten Initiativen von Regierungen führen ins Nichts oder richten sogar mehr Schaden an, als dass sie helfen. Die Schlussfolgerung daraus ist so verstörend wie logisch.

Doch der Reihe nach: Wainwright zog 2010 nach Mexiko, um von dort als Korrespondent für das renommierte Magazin „Economist“ zu schreiben. Schnell wurde er ein Fachmann, verlor aber bei aller regionalen Nähe nie die Grundsätze unternehmerischen Handelns aus den Augen. So entstand seine bekannte Kolumne „Narconomics“. Das Beste daraus ist nun in seinem gleichnamigen Buch zu lesen.

Kapitel für Kapitel nimmt er sich die Maßnahmen vor, mit denen Kartelle bisher schon bekämpft werden und wie die Wertschöpfung funktioniert: Ein Kilo Kokablätter kostet 385 Dollar (Dollarkurs). Das daraus gewonnen Kokain gibt es in Kolumbien für 800 Dollar. Wenn es die USA erreicht, ist die Menge Koks schon 14.500 Euro wert. Auf der Straße bringt es dann 78.000 Dollar; wenn es verschnitten wird sogar bis zu 120.000 Dollar.

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