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SJB FondsEcho. FT AccuZins .

Donnerstag, 24.11.2016 18:54

 

SJB FondsEcho. Zinswende. Eingetroffen. FT AccuZins (DE0008478082).

 

Seit Donald Trump die US-Präsidentschaftswahlen gewonnen hat, ist in den lange lethargischen Rentenmarkt Bewegung gekommen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen legte um rund 50 Basispunkte auf aktuell 2,35 Prozent zu, selbst in Deutschland, wo eine noch länger andauernde Phase der EZB-Nullzinspolitik erwartet wird, bewegte sich die Umlaufrendite aus dem negativen Bereich hinaus.

Die jüngsten Entwicklungen signalisieren: Die Zinswende ist entweder schon da oder steht unmittelbar bevor, die Anpassung der Positionierungen von großen institutionellen Investoren, die meist noch über das gesamte Laufzeitenspektrum long positioniert sind und mit weiter steigenden Renditen rechnen, dürfte zu heftigen Kursbewegungen am Anleihenmarkt führen. Dieser Zeitpunkt, an dem wieder Bewegung in die globalen Rentenmärkte kommt, ist ein guter Anlass, sich einen global positionierten, auf Hartwährungs-Anleihen fokussierten Rentenfonds genauer anzusehen. Der FT AccuZins PT (WKN 847808, ISIN DE0008478082) wurde bereits im Juli 1984 aufgelegt und verfolgt seit über dreißig Jahren einen durch Vorgaben bei der Länder-, Laufzeiten- und Währungsallokation unbeschränkten Anlageansatz, lange bevor das Wort „unconstrained“ überhaupt im deutschen Sprachgebrauch auftauchte. Der Fonds bietet Anlegern die Chance auf einen Mehrertrag gegenüber reinen Euro-Anleihen und kann zudem in einem Umfeld, wo die nominalen Renditen auf einen Tiefststand gefallen sind, durch aktive Positionierung im Devisenbereich Währungsgewinne erzielen. FondsManager Dr. Christoph Kind nimmt eine breite weltweite Streuung in verzinsliche Wertpapiere vor, wobei vor allem Staatsanleihen, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen als Investments in Frage kommen. Dabei wird von Seiten des Anleihestrategen von Frankfurt Trust auf eine hohe Kreditwürdigkeit der Schuldner geachtet; rund 95 Prozent des Portfolios sind durch Anleihen mit Investment Grade-Rating abgedeckt.

Der FT AccuZins besitzt aktuell ein FondsVolumen von 140,4 Millionen Euro, hat den Euro als FondsWährung und nutzt den JP Morgan Global Traded Government Bond Index als Benchmark. FondsManager Dr. Kind ist seit 2001 im Rentenfondsmanagement von Frankfurt Trust tätig und leitet dort seit Sommer 2008 den Bereich „Asset Allocation“. Der auf Konjunkturanalysen und Kapitalmarktprognosen spezialisierte Anleihenexperte hat mit seinem individuell strukturierten internationalen Rentenportfolio eine langfristig sehr attraktive Performance erzielt: Über die letzten zehn Jahre konnte der FT AccuZins PT eine Rendite von +4,0 Prozent p.a. in Euro bzw. eine kumulierte Wertentwicklung von +47,8 Prozent generieren. Legt man den letzten Fünfjahreszeitraum zugrunde, steigt die Jahresrendite auf +4,7 Prozent in Euro an. Was sind die Details der so erfolgreichen Anlagestrategie des Frankfurt Trust-Produktes?

 

FondsStrategie. Währungsmanagement. Aktiv.

„Anleihen global unconstrained“ – also ohne Beschränkung mit Blick auf Laufzeiten, Währungsräume und die geographische Allokation – so lässt sich die Anlagephilosophie des FT AccuZins in komprimierter Form zusammenfassen. Dr. Christoph Kind hat es sich zum Ziel gesetzt, seine FondsInvestoren an der Entwicklung der globalen Zins- und Währungsmärkte teilhaben zu lassen und legt weltweit und über alle Laufzeiten in Staats- und Unternehmensanleihen an, die in Hartwährungen emittiert werden. Pfandbriefe runden das Anlageuniversum ab, das den klaren Schwerpunkt auf Schuldner hoher Bonität mit Investment Grade-Rating legt. Durch aktives Portfoliomanagement will Anleihenexperte Dr. Kind neben den reinen Zinskupons Zusatzerträge für den Fonds generieren; so hat er im Oktober die Duration des Portfolios mittels Futures über alle Regionen hinweg auf 6,3 Jahre reduziert. Wie der FT-Manager weiter berichtet, wurde ein Zukauf in einer 30jährigen australischen Staatsanleihe mit attraktiver Verzinsung getätigt und im Gegenzug eine Italien-Anleihe veräußert, bei der ein hoher Kursgewinn realisiert werden konnte. Auch im Währungssektor war Dr. Kind zuletzt erfolgreich aktiv: So wurde die US-Dollar-Absicherung auf FondsEbene im Oktober deutlich reduziert, weshalb der FT AccuZins vermehrt vom starken US-Dollar profitieren konnte. Die Durchschnittsverzinsung im Portfolio lag zuletzt bei 1,8 Prozent, die durchschnittliche Restlaufzeit der gehaltenen Anleihen betrug Ende Oktober 8,1 Jahre. Wie ist das FondsPortfolio im Einzelnen strukturiert?

 

FondsPortfolio. Staatsanleihen. Favorisiert.

In der Sektorenallokation favorisiert FondsManager Dr. Kind den Bereich der Staatsanleihen, die mit 53,8 Prozent gut die Hälfte des Portfolios abdecken. Unternehmensanleihen (16,2 Prozent) sowie Schuldtitel der Finanzbranche (10,3 Prozent) sind weitere Eckpfeiler des FondsPortfolios, das durch Quasi-Staatsanleihen (10,9 Prozent) sowie einen 2,2-prozentigen Bestand an Pfandbriefen abgerundet wird. Bei der Aufteilung des Portfolios nach Laufzeiten liegen Anleihen mit einer über zehnjährigen Laufzeit mit 32,6 Prozent auf dem ersten Platz. Durchschnittlich stark sind Schuldpapiere mit ein- bis dreijähriger sowie sieben- bis zehnjähriger Laufzeit gewichtet (22,1 bzw. 20,2 Prozent). Renten aus dem mittleren Laufzeitspektrum (fünf bis sieben Jahre) decken 16,7 Prozent des FondsVolumens ab. Komplettiert wird die Laufzeitenstruktur durch drei- bis fünfjährige Titel (8,2 Prozent). Wie sieht es bei der Währungsallokation aus? Die Mehrheit des FondsVolumens ist mit 44,8 Prozent in US-Dollar angelegt, erst danach folgt die europäische Einheitswährung EUR (26,6 Prozent). Auf 9,7 Prozent wurden die FondsBestände in britischen Pfund (GBP) verringert, 5,1 Prozent des FondsVermögens haben den australischen Dollar (AUD) als Basiswährung. Wertpapiere in Neuseeland-Dollar (NZD) sind mit 4,7 Prozent im Portfolio vertreten. Kleinere Positionen in norwegischen Kronen (NOK), dem japanischen Yen (JPY) und der Schwedenkrone (SEK) komplettieren die Währungsstruktur des aktiv gemanagten Rentenfonds. Als weitere Beimischungen dienen der Kanada-Dollar (CAD) sowie der mexikanische Peso (MXN).

 

FondsVergleichsindex. Korrelation. Hinreichend.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse haben wir den FT AccuZins (PT) dem deutschen Performanceindex REX für Anleihen über das gesamte Laufzeitenspektrum gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse mit der den deutschen Rentenmarkt abbildenden Benchmark zeigt eine hinreichende Übereinstimmung. Über drei Jahre liegt die Korrelation bei 0,61, für den Einjahreszeitraum fällt diese mit 0,66 noch höher aus. Damit stehen die Kursentwicklungen des Frankfurt Trust-Fonds und des SJB-Referenzindex weitgehend im Einklang, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,38, über ein Jahr ist sie mit 0,43 noch stärker ausgeprägt. Mittelfristig haben sich 62 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 57 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass FondsManager Dr. Kind von seiner Möglichkeit zu aktivem Portfoliomanagement und einer individuellen Sektoren- und Währungsallokation auf längere Sicht stärker Gebrauch gemacht hat. Trotzdem bleibt der Tracking Error des „unbeschränkten“ Rentenfonds mit 5,51 Prozent im Dreijahreszeitraum moderat – große aktive Risiken werden von Anleihenexperte Dr. Kind keine eingegangen. Welche Volatilitätswerte hat das FT-Produkt aufzuweisen?

 

 

FondsRisiko. Beta. Erhöht.

Der FT AccuZins (PT) weist für drei Jahre eine Volatilität von 6,63 Prozent auf, die sich über ein Jahr auf 4,74 Prozent ermäßigt. Die Volatilitätswerte liegen merklich oberhalb des Schwankungsniveaus, das der ausgewählte SJB-Vergleichsindex REX P (Gesamt) in den gleichen Zeiträumen zu verzeichnen hat. Die Benchmark für deutsche Staatsanleihen über das komplette Laufzeitenspektrum hat in der Dreijahresperiode eine Volatilität von 2,19 Prozent aufzuweisen, die sich über zwölf Monate auf 2,13 Prozent reduziert. Die ausgeprägteren Schwankungen des Frankfurt Trust-Fonds sind auf dem Hintergrund der globalen Titelauswahl sowie der aktiven Währungsallokation verständlich und für einen international agierenden Anleihenfonds nicht zu hoch. Was kann die Beta-Analyse zur FondsBewertung beitragen?

Die gesteigerte Schwankungsintensität des FT-Produktes manifestiert sich in dem vom Fonds erreichten Beta von 1,91 über den letzten Dreijahreszeitraum. Damit liegen die durchschnittlichen Wertschwankungen klar oberhalb des Marktniveaus von 1,00. Auch über ein Jahr fällt die Risikokennzahl mit 1,59 höher als der marktneutrale Wert aus. Das Szenario aus FondsPerspektive verbessert sich, wenn der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über den letzten Dreijahreszeitraum zugrunde gelegt wird: In immerhin sechs der der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume präsentierte sich das Beta niedriger als der Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm einen Wert von 0,16 im Tief an. Trotz seiner globalen Ausrichtung und den Schwankungen an den Devisenmärkten ist es dem FT AccuZins demnach prinzipiell möglich, den deutschen REX P als Referenzindex in seiner Volatilität zu unterbieten. In 30 der analysierten Einzelperioden verzeichnete das FondsPortfolio hingegen die größeren Wertschwankungen und generierte ein Beta von 2,81 in der Spitze. Welche Renditen vermag FondsManager Dr. Kind auf Basis der gesteigerten Schwankungsfreude zu erwirtschaften?

 

FondsRendite. Alpha. Positiv.

Per 21. November 2016 hat der FT AccuZins (PT) über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +18,80 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer Rendite von +5,91 Prozent p.a. entspricht. Besonders in Anbetracht des Null- und Niedrigzinsumfeldes der letzten Zeit eine attraktive Wertentwicklung für den weltweit anlegenden Anleihenfonds, der den REX P (Gesamt) als Vergleichsindex klar aussticht: Die ausgewählte SJB-Benchmark hat eine deutlich schwächere Renditeentwicklung zu verzeichnen und kann lediglich mit einer Gesamtrendite von +8,12 Prozent in Euro bzw. einem Ergebnis von +2,63 Prozent jährlich aufwarten. Beim Wechsel des Vergleichszeitraums auf ein Jahr hat die Benchmark die Nase vorn: Mit einer Wertentwicklung von +1,11 Prozent kann der FT-Fonds knapp geschlagen werden (FT AccuZins: +0,54 Prozent). Da die längerfristig erzielte Mehrrendite von über zehn Prozentpunkten deutlich höher zu gewichten ist als der geringe kurzfristige Renditevorsprung, geht FondsManager Dr. Kind als klarer Sieger aus dem Renditewettbewerb mit dem deutschen Anleihenindex hervor. Bestätigen die Alpha-Werte diese Diagnose?

Die überdurchschnittliche Wertentwicklung des aktiv gemanagten Fonds im Vergleich zum passiven Referenzindex wird auch an dem positiven Alpha offenbar, das über drei Jahre bei 0,08 liegt. Auf Jahressicht rutscht die Renditekennzahl mit -0,09 hingegen ins Minus. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre wird deutlich, dass es dem FT-Fonds in der Mehrzahl der Fälle gelang, die SJB-Benchmark zu schlagen. In 19 der letzten 36 betrachteten Einjahreszeiträume verzeichnete der FT AccuZins eine Outperformance zum Referenzindex und markierte positive Alpha-Werte bis 1,56 in der Spitze. Dem stehen 17 Zeitintervalle mit einer unterdurchschnittlichen Performance gegenüber, in denen das Alpha mit zutiefst -0,65 schwächer ausgeprägt war. Insgesamt verfügt der FT-Fonds über ein attraktives Chance-Risiko-Profil, wie die klar im positiven Bereich befindliche Information Ratio von 0,58 über drei Jahre beweist: Die erhöhten Volatilitätswerte gehen mit einem ausgeprägten Renditevorsprung einher, die eingegangenen Risiken sind durch das erzielte Performanceplus gerechtfertigt.

 

SJB Fazit. FT AccuZins.

Der mit einer Erfolgshistorie von über dreißig Jahren aufwartende FT AccuZins von Frankfurt Trust erzielt durch sein „ungezügeltes“ Agieren an den globalen Anleihenmärkten selbst in Zeiten des Niedrigzinses attraktive Renditen, die auf eine aktive Positionierung an den Währungsmärkten, die bewusste Steuerung der Duration und die breite geographische Allokation zurückgehen. Trotz robuster Zinserträge wird bei FondsManager Dr. Kind Sicherheit großgeschrieben, wie die Fokussierung auf Titel bester Bonität sowie den Hartwährungsbereich beweist. Ein grundsolider Rentenfonds als Basisinvestment fürs FondsPortfolio!

 

 

Erläuterungen

 

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

 

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

 

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

 

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

 

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

 

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

 

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

 

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

 

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

 

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

 

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

 

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

 

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.