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Sigmar Gabriel verliert sich in Kleinkriegen

Freitag, 09.09.2016 09:20 von

Wirtschaftsminister Gabriel macht lieber den Vizekanzler: TTIP, Flüchtlinge, Kartellstreit um Tengelmann – stets kriegt er es hin, dass es nicht mehr um die Sache geht, sondern um Gabriel gegen den Rest der Welt.

An einem Tag Anfang August steht Sigmar Gabriel im Wald und sucht den Sozialismus. Der SPD-Chef ist zu Besuch im Naturerlebniscamp auf dem Gelände der DGB-Jugendbildungsstätte Zechlin. Er selbst sei ja als junger Mann lange bei den Falken gewesen, der parteinahen Jugendorganisation, dort habe es ganz ähnlich ausgesehen, erzählt der 56-Jährige den Gruppenleitern. „Es gibt im DGB ja auch heute noch ganz viele, die waren früher mit mir zelten.“ Plaudern, Lachen, Lagerfeuerromantik. Bis es dem Vizekanzler nach ein paar Minuten zu langweilig wird. „Jetzt haben Sie einen vor sich, über den sie vor dem Fernseher immer schimpfen“, platzt es aus ihm aus. „Also los, schimpfen Sie.“

Zwei Tage später, Peine. Besuch der Berufsbildenden Schulen. Ein Klotz, wie ihn nur die Siebzigerjahre verbrechen konnten. Gabriel sitzt im Kreis zwischen halbstarken Jugendlichen und Lehrern. „Als ich zur Schule ging, sahen dort die Klos besser aus als bei uns zu Hause. Hier dürfte es umgekehrt sein“, sagt der studierte Lehrer Gabriel. Er fordert unter Applaus ein milliardenschweres Programm zur Schulsanierung und lässt sich zur wirtschaftlichen Gesamtlage und zur Türkeipolitik befragen. Dann fällt ihm ein junger Mann auf, der nicht recht zufrieden scheint mit seinen Antworten. „Was ist?“, fragt Gabriel herüber. „Los, Junge, muck!“ Plötzlich ist Stimmung im Saal.

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