Sigmar Gabriel in schwieriger Mission

Samstag, 01.10.2016 08:20 von

Iran ist der Wachstumstraum deutscher Unternehmer. Ihnen will Gabriel Türen öffnen, wenn er ab Sonntag in Teheran weilt. Doch die Asiaten waren vor ihm da – und boten Kredite, die der Deutsche nicht im Gepäck hat.

Es kann so einfach sein, im Iran gute Geschäfte zu machen. Zumindest, wenn man wie der fränkische Gips-Riese Knauf ein Familienunternehmen mit ausgeprägter Risikobereitschaft ist. In jenen zehn Jahren, da EU, UN und USA das an Atomwaffen tüftelnde Mullah-Regime mit immer schärferen Sanktionen straften, investierte Knauf unbeeindruckt in seine drei Gipskartonfabriken und den Tagebau – mit Eigenmitteln, ohne Bundes-Deckungen. Heute ist Knauf mit 80 Prozent Marktanteil der Platzhirsch im Trockenbau.Knauf ist aber ein Ausnahmefall. Der Iran lockt seit dem Abbau der Sanktionen im Januar tausende deutsche Mittelständler an, doch mangels Finanzierungen und Exportgarantien wagt sich keiner in den weiterhin risikoreichen Markt. Am Sonntag reist Sigmar Gabriel, Vize-Kanzler und SPD-Wirtschaftsminister, in den Iran. Dutzende Manager wird er im Schlepptau mit zu Ministern nehmen, um ihnen Türen zu diesem Wachstumsmarkt aufzustoßen. Aber zu größeren Geschäften wird es kaum kommen, solange die Banken den Iran als Hochrisiko-Markt einstufen.Für die Europäer bleibt der Iran vorerst ein Markt der Träume. Zwischen dem Kaspischen Meer und dem Golf von Oman leben so viele Menschen wie in der Bundesrepublik, was eine starke Binnennachfrage verspricht. Als wichtiger Öl- und Gasproduzent verfügt das Land über Einnahmequellen, die schon vor den Sanktionen zu großen Teilen in den Aufbau einer leistungsfähigen Industrie geflossen sind. Nach dem fast zehnjährigen Embargo herrscht ein riesiger Investitionsbedarf – und zum Modernisieren luden die Iraner schon zu Zeiten des Schahs von Persien bevorzugt deutsche Maschinen- und Anlagenbauer ein.

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