„Sie können keinen Staat über Nacht umbauen“

Donnerstag, 17.11.2016 19:20 von

Österreichs Regierungschef spricht im Interview über seinen „New Deal“, wie er die lahmende Wirtschaft des Landes beleben und das kriselnde Europa vor dem wachsenden Populismus retten will. Seine Bürger bittet er um Geduld.

Österreichs Bundeskanzler Christian Kern kennt den Journalismus gut; er war in seinen frühen Jahren selbst Redakteur, Ende der 1980er-Jahre beim Wirtschaftsmagazin „Option“. Auf der großen Bühne des Handelsblatt Dinners in den Wiener Sofiensälen macht der Mann, der seinem Land zuletzt als Chef der österreichischen Bahn diente, eine kompetente Figur. In schwierigem Umfeld – der Koalitionspartner ÖVP ist störrisch und die Populisten der FPÖ machten ihm zusätzlich das Leben schwer – muss er bald Erfolge liefern. 2017 wird für Kern zum Jahr der Wahrheit.

Herr Bundeskanzler, wer oder was ist ein Populist?Ich war früher der Meinung, Populismus ist das, was die anderen sagen – bis ich in der Zeitung las, ich sei selbst ein Populist. Seitdem habe ich wegen der Sinnlosigkeit der Debatte aufgehört, darüber nachzudenken.

Dürfen Politiker nicht auch populär sein?Helfen würde es schon!

Es gibt nicht nur den Populismus von unten, sondern auch einen Populismus von oben. Beispielsweise das Versprechen „Die Renten sind sicher in Deutschland“. Das war ein populärer, aber in dieser Schlichtheit nicht wahrer Satz. Gibt es einen Populismus der Eliten?Mit Sicherheit! Ich habe das bei der Diskussion um das Freihandelsabkommen Ceta gesehen. Da war meine Analyse: Es hat natürlich einen Anti-Ceta-Populismus gegeben. Aber der Pro-Ceta-Populismus war nicht besser. Wenn die Wahrheiten zu schlicht und zu eingängig werden, ist es von dort bis zur Unwahrheit nur ein kurzer Weg.

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