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Sentix: Italien treibt Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn

Dienstag, 29.11.2016 11:51 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Professionelle wie private Anleger machen sich zunehmend Sorgen wegen des bevorstehenden Verfassungsreferendums in Italien. Das teilte das Beratungsunternehmen Sentix am Dienstag mit. Der von Sentix berechnete "Euro Break-Up Index" stieg im November deutlich an. Das zeigt, dass die Möglichkeit politischer Instabilität in Italien auf die gesamte Eurozone wirkt. Die Wahrscheinlichkeit eines Austritts Italiens aus dem Euroraum stieg laut Sentix mit gut 19 Prozent auf ein Rekordhoch.

Am kommenden Wochenende stimmt die italienische Bevölkerung über die von Ministerpräsident Matteo Renzi initiierte Verfassungsreform ab, mit der unter anderem die Bedeutung der zweiten Parlamentskammer (Senat) deutlich verringert werden soll. Das soll helfen, Wirtschaftsreformen zügiger beschließen und umsetzen zu können. Bisher haben sich die beiden Parlamentskammern oft gegenseitig blockiert.

Zurzeit stehen die Chancen für Renzi laut Umfragen jedoch schlecht, das Referendum zu gewinnen. Da der Premier angekündigt hat, im Falle einer Niederlage zurückzutreten, könnten auf die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone politisch turbulente Zeiten zukommen. In Italien gibt es gegenwärtig starke eurokritische Strömungen, allen voran die Fünf-Sterne-Bewegung. Ein mittelfristiger Austritt Italiens aus dem Euro gilt selbst unter Experten als nicht vollends abwegig, wenngleich als eher unwahrscheinlich./bgf/jsl/fbr