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Selbst im Ausnahmezustand bleibt er gelassen

Montag, 17.10.2016 08:20 von

„Teflon-Tillich“ nennt die Opposition Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich. Auch die neue Justizaffäre will der CDU-Politiker an sich abperlen lassen. Ob er selbst was tun will, bleibt offen.

Der vergangene Freitag hätte ein guter Tag werden können für Stanislaw Tillich. Erbschaftsteuerreform im Bundesrat besiegelt, den gordischen Knoten bei den Bund-Länder-Finanzen durchschlagen, den Vorsitz der Länderkammer an die Kollegin Malu Dreyer abgegeben. Sachsens CDU-Ministerpräsident hätte sich als tatkräftiger Landesvater präsentieren können.

Dumm nur, dass alle Welt viel lieber wissen wollte, welche Konsequenzen der 57-jährige Regierungschef aus der anfänglichen Flucht des syrischen Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr und seinem Selbstmord in Leipziger Untersuchungshaft ziehen will. Die Antwort: Alles gründlich untersuchen, gegebenenfalls Gesetze verschärfen – sonst keine. Tillich macht, was er gut kann: Vorwürfe an sich abprallen lassen und hoffen, dass Gras über die Sache wächst. „Teflon-Tillich“ nennen sie ihn in der Opposition dafür.

Vor gut acht Jahren hatte der Sorbe, der Polnisch, Tschechisch, Englisch und Französisch spricht, die Regierungsgeschäfte von Georg Milbradt übernommen. Der war damals über das Finanzdebakel der SachsenLB gestolpert. Inzwischen ist es keine Bank, die in der Krise steckt, sondern das ganze Bundesland, das sich in einer Art permanentem Ausnahmezustand befindet.

Verschwundene Akten bei der Aufklärung der NSU-Morde, brennende Flüchtlingsheime, Krawalle zwischen Asylbewerbern und Rechten, Polizisten, die offen mit Pegida sympathisieren – nicht nur Justizminister Heiko Maas (SPD) wirft Tillich vor, auf dem rechten Auge blind zu sein. Und jetzt auch noch der tote Syrer in der Zelle. Hat da jemand sein Land nicht mehr im Griff? Er habe Sachsen zur „Bananenrepublik“ gemacht, werfen Kritiker dem Regierungschef auf Twitter vor.

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