Schwierige Scheidung

Mittwoch, 23.11.2016 15:20 von

Was wird aus den Banken in London, wenn Großbritannien die Europäische Union verlässt? Die Auslandsbanken bereiten sich auf einen harten Brexit vor. Aber das ist gar nicht so einfach.

Stefan Winter macht sich keine Illusionen: Der Investmentbanker rechnet mit einem harten „Brexit“ - und der werde nicht nur Großbritannien schaden, sondern auch den verbleibenden Mitgliedern der Europäischen Union. „Das ist wie bei einer Scheidung, die ist auch immer schmerzhaft für alle Beteiligten“.  

Winter, Vorstandsmitglied bei der Schweizerischen Großbank UBS, führt auch den Verband der Auslandsbanken in Deutschland, also jene ausländischen Institute, die sich in Deutschland niedergelassen haben. Und die rechnen mit einem harten Schnitt zwischen Großbritannien und der EU. Die Bankchefs gehen davon aus, „dass es in zwei bis drei Jahren zu einem Brexit kommen wird, der keinen Zugang mehr zum Binnenmarkt erlauben wird“, sagt Winter. Die Auslandsbanken erwarten, dass britische Institute ihren europäischen Pass verlieren werden. Wer sein Hauptquartier in London aufgeschlagen hat, kann mit dem Pass in jedem EU-Mitgliedsstaat seine Finanzprodukte vertreiben.  Doch damit dürfte bei einem Brexit Schluss sein.Trotzdem werden die Banken nicht auf einen Schlag aus Großbritannien fliehen, prognostiziert Winter. Schließlich koste ein Umzug viel Geld. „Wir werden in London große Einheiten lassen“. Was nicht bedeutet, dass die Institute nicht schon fleißig Pläne für den Brexit schmieden. Denn ein Umzug dürfte Jahre dauern. Viele namhaften Investmentbanken betreiben in Frankfurt derzeit wenig mehr als eine Repräsentanz. Dort können deutsche Firmenchefs bei einem Cappuccino zwar vom Taunusblick beindrucken lassen und große Deals einfädeln, abgewickelt werden die Geschäfte aber an der Themse.

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