Schweiz ermittelt gegen Franz Beckenbauer

Donnerstag, 01.09.2016 14:20 von

Franz Beckenbauer gerät wegen der WM-Affäre 2006 in den Fokus der Schweizer Bundesanwaltschaft. Gegen den „Kaiser“ wird wegen des Verdachts auf Untreue und Geldwäsche ermittelt.

Die Affäre um das WM-Sommermärchen 2006 droht Franz Beckenbauer doch noch einzuholen. Die Schweizer Staatsanwaltschaft bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, dass gegen den „Kaiser“ eine Ermittlung laufe. „Namens der Bundesanwaltschaft der Schweiz bestätige ich Ihnen eine andauernde Operation in diesem Kontext“, teilte die Behörde auf Anfrage mit und kündigte noch für den Donnerstag eine Mitteilung mit weiteren Informationen an.

Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet, gegen Beckenbauer werde wegen des Verdachts auf Untreue und Geldwäsche ermittelt. Eine Reaktion von Beckenbauer oder seinem Management zu den Ermittlungen gab es vorerst nicht.

Im Untersuchungsbericht zum Skandal, der den damaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach das Amt kostete, hatte die Kanzlei Freshfields aufgedeckt, dass eine ominöse Millionen-Zahlung nach Katar im Jahr 2002 über ein Konto von Beckenbauer und dessen früheren Manager Robert Schwan lief. Demnach flossen damals sechs Millionen Schweizer Franken vom Beckenbauer/Schwan-Konto an die Kanzlei Gabriel & Müller, die das Geld an die Firma KEMCO Scaffolding Co. weiterleitete. Nach Angaben der Freshfields-Ermittler gehörte diese Firma dem damaligen FIFA-Vize Mohammed bin Hammam. Der frühere Top-Funktionär wurde wegen Korruption mittlerweile lebenslang gesperrt.

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