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Scharf tritt als Visa-Chef zurück

Dienstag, 18.10.2016 05:00 von

Visa bekommt einen neuen Chef. Charles Scharf gibt seinen Posten auf - mit einer ungewöhnlichen Begründung. Nachfolger wird Alfred Kelly, Ex-Präsident von American Express (American Express Aktie). Die Anleger sehen das allerdings nicht gerne.

Es ist vielleicht die merkwürdigste Rücktrittserklärung, die die Wall Street bislang gesehen hat. Weil er nicht mehr ständig zwischen dem Firmensitz in San Francisco und seiner Familie in New York pendeln will, gibt Visa-Chef Charlie Scharf nach nur gut vier Jahren einen der am besten bezahlten Jobs der Finanzbranche auf.

Zum 1. Dezember übergibt der 51-Jährige den Vorstandsvorsitz beim 195 Milliarden Dollar (Dollarkurs) schweren Kreditkartenanbieter an Alfred Kelly, der seit mehr als zwei Jahren dort im Aufsichtsrat sitzt. In Stellungnahmen betonten sowohl Visa (Visa Aktie) als auch Scharf ausdrücklich, die Entscheidung sei „ausschließlich privat motiviert“.

Die Aktie gab nach Bekanntwerden des Wechsels nachbörslich deutlich nach. Ein Anzeichen dafür, dass der Weggang an der Börse nicht nur negativ aufgenommen wurde, sondern auch überraschte. Unter Scharfs Führung war der Aktienkurs um rund 130 Prozent gestiegen.

Trotz der öffentlich vorgetragenen Einigkeit bleiben Zweifel. Geht Scharf wirklich freiwillig, oder wurde er sanft gedrängt, um Alfred Kelly zu halten und in den Chefsessel zu bugsieren? Nachfolger Kelly, galt, wenn man den Medienberichten der damaligen Zeit glauben schenken darf, als einer der Stars im Management des Visa-Konkurrenten American Express (Amex). Dort brachte er bis zum President.

Visa steht unter Druck

Sein Abschied von Amex 2010 soll vor allem damit zusammengehangen haben, dass er keinen Weg sah, dort Chef zu werden. Er heuerte beim New Yorker Medienunternehmen Intersection an und zog anschließend in den Visa-Aufsichtsrat ein, wo er sozusagen eine zweijährige Probezeit absolvierte, bevor er jetzt den Ritterschlag zum CEO bekam.

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