Schäuble: Steuerwettlauf entspräche nicht G20-Vereinbarungen

Montag, 21.11.2016 13:44 von

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht einen möglichen Wettlauf Großbritanniens mit anderen Top-Wirtschaftsmächten um die niedrigsten Unternehmenssteuern kritisch. Noch sei Großbritannien Mitglied der Europäischen Union und damit an entsprechendes europäisches Recht gebunden, sagte Schäuble am Montag in Berlin.

Und sollte Großbritannien eines Tages nicht mehr der EU angehören, sei es an die Vereinbarungen der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer gebunden - "jedenfalls, wenn sie anständige Leute sind". Denn auf dem G20-Gipfel in Antalya sei vereinbart worden, genauso dieses nicht zu machen, sagte Schäuble bei der Vorstellung eines Buches der Grünen-Finanzexperten Sven Giegold, Udo Philipp und Gerhard Schick.

Schäuble reagierte damit auf Medienberichte, wonach die britische Premierministerin Theresa May die Unternehmenssteuern auf den niedrigsten Satz innerhalb der G20-Gruppe der führenden Volkswirtschaften senken wolle. Möglicherweise wolle May die Körperschaftsteuer auf unter 15 Prozent drücken, schrieb die Zeitung "Telegraph" (Montag). Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf eine Senkung des Steuersatzes für Unternehmen auf 15 Prozent in Aussicht gestellt./sl/DP/she