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Samsung-Chef wegen Korruption verhaftet

Freitag, 17.02.2017 06:29 von

Südkoreas größter Konzern Samsung steckt tief in der Korruptionsaffäre um Präsidentin Park. Dem inoffiziellen Konzernchef Lee Jae Yong droht jetzt eine Anklage.

Der inoffizielle Chef des südkoreanischen Mischkonzerns Samsung ist wegen Präsidenten-Bestechung und anderer Vorwürfe verhaftet worden. Nach einer mündlichen Verhandlung erließ das Seouler Bezirksgericht in Seoul auf Antrag der Ermittler einen Haftbefehl gegen den derzeitigen Vize-Vorsitzenden des Smartphone-Weltmarktführers Samsung Electronics. Es es gebe zusätzliche Beweise, um Lee Jae Yong in Haft zu nehmen, hieß es.  

Die Ermittlungen gegen Südkoreas größten Industriekonzern stehen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um eine enge Vertraute der vorläufig entmachteten Staatspräsidentin Park Geun Hye. Die Verhaftung Lees ist nicht nur ein Schlag gegen Samsung, sondern könnte nach Ansicht von Beobachtern auch Einfluss auf das laufende Amtsenthebungsverfahren gegen Park vor dem Verfassungsgericht haben.  

Lee droht jetzt eine Anklage wegen Korruption, Untreue und Meineids. Zusätzlich wird er beschuldigt, Gewinne aus Straftaten verborgen zu haben. Der 48-jährige Spitzenmanager wurde in ein Untersuchungsgefängnis gebracht, wie südkoreanische Sender berichteten. Das Gericht hatte noch im Januar einen Antrag auf Haftbefehl abgelehnt. 

Samsung soll hohe Summen an Unternehmen und Stiftungen der umstrittenen Park-Freundin Choi Soon Sil gezahlt und im Gegenzug politische Unterstützung für die Fusion zweier Konzerntöchter vor zwei Jahren erhalten haben. Lee war am Montag erneut von den Ermittlern verhört worden. 

Den Ermittlern zufolge geht es um 43 Milliarden Won (35,2 Millionen Euro), die nach Freigabe durch Lee von Samsung an Chois Organisationen geflossen sein sollen. Die Staatsanwaltschaft wirft der Präsidentin Mittäterschaft vor, was diese aber bestreitet.   

Auch Samsung hatte die Vorwürfe der Korruption zurückgewiesen. „Wir werden unser Bestes tun, damit die Wahrheit in künftigen Gerichtsverfahren aufgedeckt wird“, hieß es einer Stellungnahme am Freitag. 

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