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„Sag' niemals nie“

Donnerstag, 01.09.2016 16:20 von

Immer mehr Bankmanager – darunter der Chef der Postbank – finden Gefallen an der Idee, Kunden zur Kasse zu bitten, die hohe Geldbeträge anlegen. Kleinsparer sollen vor Strafzinsen sicher sein. Doch wie lange noch?

Bisher waren sich die Geldhäuser in Deutschland einig: keine Strafzinsen auf Einlagen privater Sparer. Doch langsam bröckelt der Konsens. Zumindest für vermögende Kunden gelten Negativzinsen unter bestimmten Umständen als nicht mehr ausgeschlossen. Darauf verwiesen Postbank-Chef Frank Strauß und DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“.

Eine kleine Genossenschaftsbank ist dabei bereits vorgeprescht. Die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee verlangt seit Donnerstag Strafzinsen von Privatkunden – zumindest von Wohlhabenden. Diese Kunden müssen ein „Verwahrentgelt“ von 0,4 Prozent für Beträge von mehr als 100.000 Euro auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto berappen. Die Banken selbst müssen einen solchen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken.Das Beispiel von Tegernsee könnte Schule machen. Je größer die Anlagebeträge von institutionellen Firmenkunden oder auch vermögenden Privatkunden seien, desto stärker würden Negativzinsen künftig „eine Rolle spielen“, sagte Strauß. Firmenkunden müssen diese schon jetzt akzeptieren.Strafzinsen für Kleinsparer erwartet der Postbank-Chef jedoch nicht. „Für den normalen Sparer hätten Negativzinsen Konsequenzen, die wir alle nicht wollen.“ Aber: Man sollte sich als Banker nach den Erfahrungen aus der Finanzkrise schwer damit tun, „nie“ sagen, fügte er an.Auch Wolfgang Kirsch, Chef der genossenschaftlichen DZ Bank, rechnet nicht mit Strafzinsen für den normalen Privatkunden. „Wir alle scheuen, glaube ich, im Moment die flächendeckende Einführung eines Negativzinses.“ Denn das könne unerwünschte Folgen haben, weil Kunden dann ihr Geld von den Konten räumen.

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