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Russland wirbt um deutsche Investitionen

Donnerstag, 22.09.2016 14:01 von

Neben dem Syrien-Krisenmanagement konzentriert sich Wirtschaftsminister Gabriel bei seinem Russland-Besuch auf Wirtschaftsfragen. Es winken Großaufträge für deutsche Firmen.

Bei Gesprächen mit Vizekanzler Sigmar Gabriel hat der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew deutschen Unternehmen Hoffnung auf eine Beteiligung an geplanten Großprojekten gemacht. Er habe mit seinem deutschen Kollegen unter anderem über Möglichkeiten der Finanzierung und des Baus der geplanten Bahnlinie zwischen Moskau und Kasan beraten, sagte Uljukajew der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag. Thema waren demnach auch die Gaspipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee nach Deutschland sowie deren Verlängerung Opal. Details nannte der Minister zunächst nicht.

Zuletzt hatten sich chinesische Konzerne um den Bau der Bahn-Trasse in das rund 700 Kilometer entfernte Kasan bemüht. Doch auch deutsche Firmen haben großes Interesse. Unter anderem hat der Siemens-Konzern bereits den Hochgeschwindigkeitszug Sapsan (Wanderfalke) für die Strecke von Moskau nach St. Petersburg bereitgestellt.

Bei einem Treffen Gabriels mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Mittwochabend war die Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ebenfalls Thema. Ein Schwerpunkt des rund zweieinhalbstündigen Gesprächs in der Residenz Putins war aber auch der Krieg in Syrien. Dort ist eine Waffenruhe praktisch gescheitert. Die Aussichten auf eine Beruhigung des Konflikts hatten sich vor allem nach dem Angriff auf einen Hilfskonvoi mit mehr als 20 Toten massiv verschlechtert. Die USA und Russland wiesen sich gegenseitig die Schuld dafür zu.

„Irgendwie ist es mein Schicksal, hierherzukommen in schwierigen Zeiten“, sagte Gabriel zu Beginn des Treffens mit Putin. Die jüngsten Ereignisse hätten in Deutschland „eine unglaubliche Besorgnis“ ausgelöst. „Gerade in den letzten Tagen, der Angriff auf den Hilfskonvoi ist das Schlimmste, was ich mir so habe vorstellen können.“

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