Russland und Korea-Desaster bremsen Reckitt Benckiser

Mittwoch, 19.10.2016 09:07 von

LONDON (dpa-AFX) - Schwache Nachfrage aus Russland und tragische Todesfälle in Südkorea haben den britischen Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser im dritten Quartal gebremst. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, auf vergleichbarer Basis und bei konstanten Währungskursen um zwei Prozent auf 2,56 Milliarden britische Pfund (2,85 Mrd Euro), wie der Hersteller von Vanish-Waschpulver, Finish-Geschirrspülmittel und Durex-Kondomen am Mittwoch in London mitteilte. Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen von Analysten. Tatsächlich trieb das schwache britische Pfund die Erlöse allerdings um 17 Prozent nach oben.

Für das Gesamtjahr zeigte sich die Reckitt-Spitze pessimistischer als zuvor. So soll der Umsatz auf vergleichbarer Basis und ohne Währungsschwankungen um vier Prozent zulegen. Dies entspricht dem unteren Ende der bisherigen Prognose. In Russland litt das Unternehmen zuletzt unter einer deutlich gesunkenen Nachfrage. Zudem kamen neue Produkte aus der Scholl-Fußpflegereihe bei den Verbrauchern nicht so gut an wie geplant.

Traurig sieht die Lage in Südkorea aus, wo der Tod von mehr als 100 Menschen auf das vor einigen Jahren vom Konzern verkaufte giftige Desinfektionsmittel Oxy für Luftbefeuchter zurückgeführt wird. Der Skandal hatte in dem Land zu Boykottaufrufen geführt. Reckitt-Chef Rakesh Kapoor hat für die Tragödie inzwischen um Entschuldigung gebeten.

Reckitt stellt Haushaltsreiniger wie Finish, Cillit Bang und Sagrotan sowie Arzneimittel wie Dobendan, Nurofen und Gaviscon her. Darüber hinaus vertreibt das Unternehmen die Fußpflegemarke Scholl sowie Kondome, Produkte zur Haarentfernung und Nahrungsergänzungsmittel./stw/enl/stb