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Russischer Staatssender klagt über 'Kontensperrung' in Großbritannien

Montag, 17.10.2016 18:09 von

LONDON (dpa-AFX) - Die staatliche russische Medienorganisation RT (ehemals Russia Today) hat sich am Montag öffentlich über die angebliche "Sperrung" ihrer Konten in Großbritannien beklagt. Die britische Bank NatWest habe alle Konten des Medienunternehmens ohne Angabe von Gründen "blockiert", hieß es in einem Artikel auf der englischsprachigen RT-Webseite am Montag.

RT-Chefredakteurin Margarita Simonyan twitterte: "Unsere Konten wurden gesperrt. Alle. "Entscheidung wird nicht diskutiert". Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit." Die Angelegenheit könne etwas mit "neuen britischen und amerikanischen Sanktionen gegen Russland zu tun haben", wird Simonyan auf der RT-Webseite zitiert. Das britische Finanzministerium bestätigte das auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht.

Zum Beweis veröffentlichte RT am Montag auf seiner Webseite einen Brief der Bank NatWest, der auf den 12. Oktober datiert ist. In einer späteren Version war das Datum unkenntlich gemacht. Darin kündigte die Bank an, alle RT-Konten innerhalb von drei Monaten zu schließen. Alle Guthaben würden in Form eines Schecks ausgezahlt, heißt es in dem Brief. Gründe für die Kündigung werden nicht genannt. Es heißt lediglich, die Bank sei nach "einer Überprüfung der Bankvereinbarungen" mit RT zu dem Schluss gekommen, dass sie "diese Einrichtungen" nicht weiter zur Verfügung stellen werde. Die Bank äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Brief./cmy/DP/tos