Rudolf Wöhrl unterm Insolvenzschutzschirm

Dienstag, 06.09.2016 10:20 von

Die Pleitewelle im deutschen Modehandel hält an: Jetzt startet das Unternehmen Rudolf Wöhrl ein strategisches Insolvenzverfahren.Steilmann, Mexx, Pohland, Dress for less, Zero, Kaltenbach - die Liste der Modehändler und Marken, die in den vergangenen Monaten Insolvenz anmeldeten ist lang. Und die Branchenkrise ist längst noch nicht vorbei: Jetzt plant das Modehaus Rudolf Wöhrl ein strategisches Insolvenzverfahren.Die Hauptversammlung des Textilhändlers mit knapp 2000 Mitarbeitern habe ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beschlossen, teilte die Rudolf Wöhrl AG in der Nacht zum Dienstag mit: "Ziel ist es, die Wöhrl-Gruppe als Ganzes zu erhalten und nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen." Schutzschirmverfahren sind eine spezielle Insolvenzvariante, die auf die Sanierung des Unternehmens abzielen und seit der Reform des Insolvenzrechts möglich sind. Dabei kann die Geschäftsführung das Unternehmen weiter lenken und selbstständig sanieren. Zum Schutz der Gläubiger überwacht allerdings ein vom Gericht bestellter Sachwalter die Sanierung. Ob die gelingt ist indes fraglich. In der Vergangenheit scheiterten etliche Schutzschirmverfahren und kippten in die Regelinsolvenz.

Im Fall von Wöhrl sollen die 34 Standorte der Gruppe in Ost- und Süddeutschland zunächst ohne Einschränkungen weiterlaufen. Defizitäre Filialen ohne Wachstumspotenzial dürften aber geschlossen werden. Als externer Sanierer wurde Christian Gerloff von der Münchner Kanzlei Gerloff Liebler Rechtsanwälte zum Vorstandsmitglied und Chief Restructuring Officer bestellt. Gerloff hat sich unter anderem als Insolvenzverwalter von Escada einen Namen gemacht.  Zudem wurde der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Andreas E. Mach zum neuen Vorstandschef ernannt. Der bisherige CEO Olivier Wöhrl wurde de facto degradiert und soll sich nun um die strategische Weiterentwicklung des Geschäftsmodells kümmern.

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