ROUNDUP/Verbandsvize: Deutlich mehr bezahlbare Wohnungen gebaut

Montag, 19.09.2016 06:50 von

SCHROBENHAUSEN (dpa-AFX) - Seit dem starken Zuzug von Flüchtlingen im vergangenen Jahr wird von Städten und Kommunen nach Einschätzung von BDI-Vizepräsident Thomas Bauer (Bauer Aktie) mehr Geld in die Errichtung bezahlbarer Wohnungen gesteckt. "Es findet vieles statt", sagte Bauer der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Er leitet zugleich den gleichnamigen Tiefbau-Spezialisten. Fast jeder Landkreis habe Projekte, sagte Bauer. Die Einsicht, dass man etwas für kostengünstigeres Wohnen unternehmen müsse, sei deutlich gestiegen.

Aber auch wenn sich vieles in die richtige Richtung bewege, fehlten immer noch Wohnungen. Die Schaffung von billigem Wohnraum dauere viel zu lange, und in Deutschland seien viele Menschen auf preisgünstiges Wohnen angewiesen. Eine einfache Wohnung im sozialen Wohnungsbau könne für 1800 Euro pro Quadratmeter errichtet werden. Da sei aber das Grundstück nicht mit eingerechnet.

Auf dem Land könnten Wohnungen sogar inklusive Baugrund für diesen Preis errichtet werden. Dies sei aber nicht in Großstädten möglich. 2016 werden nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) voraussichtlich etwa 270 000 Wohnungen in der ganzen Bundesrepublik fertiggestellt. Darunter befinden sich 55 000 Mietwohnungen, von denen 15 000 bis 20 000 auf den sozialen Wohnungsbau entfielen.

Von den gestiegenen Immobilienpreisen können nach Aussage von Bauer nur die wenigsten Baufirmen profitieren. "Die Preise für Immobilien ziehen nicht an, weil die Baupreise steigen." Sie legten zu, weil Grundstücke fehlten und dadurch die Grundstückspreise stiegen. Auch die Regulierung wie etwa Umweltauflagen verteuerten das Bauen. "Die Baufirmen haben mit reinen Bauleistungen nicht mehr Geld verdient."

Ein gutes Geschäft machten hingegen die Immobilien-Entwickler. Von den Baufirmen entwickelten aber höchstens fünf Prozent ihre Immobilien selbst. "Das Schlimme ist, dass der Preis, der beim Verbraucher ankommt, massiv ansteigt, den meisten Baufirmen es aber nicht besser geht."/mne/DP/zb