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ROUNDUP: US-Notenbank hält Zins stabil und beginnt Bilanzabbau

Mittwoch, 20.09.2017 20:42 von

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die amerikanische Notenbank Fed hat ihren Leitzins wie erwartet nicht verändert. Die Fed Funds Rate liege weiter in einer Spanne zwischen 1,00 und 1,25 Prozent, teilten die Währungshüter am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte und Anleger an den Finanzmärkten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet.

Zudem signalisiert die Fed wie bisher, ihren Zins in diesem Jahr ein weiteres Mal anzuheben. Analysten rechnen im Dezember damit. Für kommendes Jahr geht der geldpolitische Ausschuss FOMC von drei Zinsanhebungen aus. Auch dies entspricht der bisherigen Zinsprognose vom Juni. Die Prognosen der Fed errechnen sich aus den Erwartungen der einzelnen Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses FOMC.

BILANZABBAU BEGINNT

Zudem kündigte die Notenbank an, ab Oktober mit dem Abbau ihrer auf 4,5 Billionen US-Dollar angeschwollenen Bilanz zu beginnen. Die Bekanntgabe des Startzeitpunkts war von Beobachtern erwartet worden. Ein grober Plan, wie der Abbau erfolgen soll, wurde bereits im Juni veröffentlicht. Nach diesem Plan soll auch vorgegangen werden, wie die Fed am Mittwoch bestätigte.

Demnach beginnt der Abbau mit einem Betrag von 10 Milliarden Dollar (Dollarkurs) je Monat. Er erhöht sich pro Quartal um 10 Milliarden Dollar, bis er nach rund einem Jahr 50 Milliarden Dollar erreicht hat und dort verbleibt. Das Vorgehen der Fed gilt als sehr vorsichtig. Die extrem hohe Bilanzsumme der Notenbank resultiert aus billionenschweren Wertpapierkäufen, mit denen die Fed während und nach der Finanzkrise seit 2008 die Wirtschaft stabilisiert hat.

GRADUELLE ZINSANHEBUNGEN

In ihrer Erklärung zum Zinsentscheid signalisiert die Fed weiterhin eine vorsichtige Verschärfung ihrer Zinspolitik. Man erwarte eine "graduelle" Anpassung der Geldpolitik, heißt es im Statement. Den Wirtschaftsausblick veränderte die Fed kaum.

Allerdings wurden die Prognosen zu Wachstum, Arbeitsmarkt und Inflation teils geändert. So wird für dieses Jahr ein etwas stärkeres Wirtschaftswachstum erwartet. Die Arbeitsmarktlage in den Jahren 2018 und 2019 wird etwas besser erwartet als bislang. Die Inflationsprognosen (Kernrate) für dieses und das nächste Jahr wurden gesenkt.

WIRBELSTÜRME ÄNDERN WACHSTUMSKURS NICHT

Die jüngsten Wirbelstürme hätten großen Schaden angerichtet, schreibt die Notenbank in ihrer Erklärung. Dies dürfte jedoch auf mittlere Sicht den Kurs der US-Wirtschaft nicht ändern. Die Verbraucherpreise sollten jedoch kurzfristig durch höhere Benzinpreise gestützt werden.

Unabhängig davon dürfte die Inflation zunächst etwas unter dem Inflationsziel von zwei Prozent bleiben, sich aber mittelfristig bei zwei Prozent stabilisieren. Die Wirtschaft sollte weiter moderat wachsen und die Bedingungen am Arbeitsmarkt sich weiter etwas verbessern.

Zuletzt hatte die Fed Mitte Juni den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Dies war die vierte Erhöhung seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Zwischen Ende 2008 und Ende 2015 hatte der Zinssatz an der Nulllinie gelegen./jsl/bgf/tos