ROUNDUP: Südzucker hebt dank höherer Preise Gewinnprognose an

Donnerstag, 22.09.2016 11:11 von

MANNHEIM (dpa-AFX) - Die deutlich gestiegenen Zuckerpreise verleihen dem europäischen Branchenprimus Südzucker (Südzucker Aktie) Auftrieb. Am Donnerstag erhöhte der MDax-Konzern nach einem kräftigen Gewinnanstieg im ersten Halbjahr seine Prognose für das Geschäftsjahr 2016/17 (Ende Februar). Auch die niedrigen Rohstoffpreise und eine gute Entwicklung im Segment Spezialitäten, das unter anderem Stärke und Tiefkühlpizza umfasst, spielten dem Mannheimer Unternehmen in die Hände.

Südzucker erwartet nun einen operativen Gewinn zwischen 340 und 390 Millionen Euro. Bislang hatte das Unternehmen 250 bis 350 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im Vorjahr erwirtschaftete es 241 Millionen Euro. Damals schrieb die Zuckersparte wegen der niedrigen Preise Verluste. Die kräftige Erholung auf dem Zuckermarkt ließ den operativen Gewinn des Konzerns in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres um mehr als 50 Prozent auf 209 Millionen Euro nach oben schnellen.

Der Umsatz ging allerdings wegen eines gesunkenen Absatzes um knapp vier Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro nach unten. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet das Management aber weiter mit einem Anziehen der Erlöse von 6,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf nun 6,4 bis 6,6 Milliarden Euro.

Die Börse reagierte unentschlossen auf die höhere Prognose. Nach einem kurzen Anstieg auf den höchsten Stand seit 2013 rutschte die Südzucker-Aktie am Donnerstagsvormittag zeitweise fast 4,5 Prozent ins Minus, ehe sie sich wieder berappelte und die Verluste weitgehend wettmachte. Einige Anleger hätten sich nach den jüngsten Analysten-Studien durchaus noch mehr versprochen, erklärten Händler.

Zur wachsenden Zuversicht bei Südzucker trug auch die börsennotierte Tochter Cropenergies (CropEnergies Aktie) bei. Der Biokraftstoffhersteller erhöhte trotz eines Rückgangs im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres seine Umsatzprognose. So sollen die Erlöse nun bei 670 bis 720 Millionen Euro landen. Bislang lag das Ziel bei 640 bis 700 Millionen, im Vorjahr setzte Cropenergies 723 Millionen Euro um. Grund für den optimistischeren Ausblick ist der Neustart einer modernisierten Anlage in Großbritannien. Das operative Ergebnis soll weiter bei 50 bis 80 Millionen Euro landen (Vorjahr: 87 Millionen).

Im zweiten Quartal bremsten die niedrigen Kraftstoff-Preise Cropenergies allerdings ab. Der operative Gewinn ging um gut 15 Prozent auf 22 Millionen Euro zurück. Niedrigere Einkaufspreise für Rohstoffe konnten den Druck auf die Verkaufspreise nicht ausgleichen. Der Umsatz schmolz um knapp sechs Prozent auf 182 Millionen Euro./enl/men/fbr