ROUNDUP/Studie: Nur jeder Zwölfte mit Weiterbildungskultur rundum zufrieden

Dienstag, 18.10.2016 12:09 von

BERLIN (dpa-AFX) - In deutschen Unternehmen ist Weiterbildung für Mitarbeiter trotz wachsender Anforderungen im Berufsleben immer noch unterentwickelt. So sieht laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Vodafone-Stiftung nur etwa jeder zwölfte Beschäftigte (acht Prozent) die Lernkultur in seiner Firma als gut oder sehr gut an. Und kaum jeder Zehnte fühlt sich von seinem Vorgesetzten gut bis sehr gut beim Lernen unterstützt.

Die am Dienstag veröffentlichte Studie "Gebrauchsanweisung fürs lebenslange Lernen" stützt sich auf die Befragung von mehr als 10 000 Mitarbeitern aus Betrieben unterschiedlicher Größen und Branchen in ganz Deutschland. Fast 80 Prozent befürchten negative Auswirkungen, falls sie sich nicht fortbilden. Führungskräfte müssten daher ihre Rolle neu definieren und als "Lern-Coaches" Beschäftigte in Weiterbildungsprozessen begleiten, sagte Studienleiterin Nele Graf.

Die meisten Befragten sehen jedoch nicht nur die Unternehmen, sondern auch sich selbst in der Pflicht für Weiterbildung. Nicht einmal ein Viertel der Befragten (23 Prozent) gibt an, beim Lernen ein gutes Durchhaltevermögen zu haben. Lediglich 27 Prozent meinen, dass sie das neu Gelernte erfolgreich in den Arbeitsalltag übersetzen können.

Erwachsene zeigen der Studie zufolge drei Arten des Lernverhaltens, die bei der Weiterbildung berücksichtigt werden sollten. "Aktivisten" sind neugierig und praktisch orientiert - sie lernen am liebsten durch eigene Erfahrung. "Beobachter" sind zurückhaltend und bevorzugen es, anderen erst einmal bei Übungen zuzusehen - für sie sind Hospitationen die beste Lernmethode. "Nachdenker" schließlich zeichnen sich durch analytisches Denken aus. "Sie möchten verstehen, wie Dinge funktionieren, und sammeln dazu gerne erst Fakten und Informationen, um sich neuen Lerngegenständen zunächst gedanklich zu nähern", heißt es in dem Weiterbildungsreport./ll/DP/tos