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ROUNDUP: Steinwürfe bei Blockupy-Demonstration - Proteste aber meist friedlich

Freitag, 02.09.2016 12:11 von

BERLIN (dpa-AFX) - Bei Demonstrationen des linken Blockupy-Bündnisses in Berlin sind einige Randalierer von der Polizei festgenommen worden. Im Bereich der Ministergärten nahe dem Potsdamer Platz hätten Demonstranten Steine auf Beamte geworfen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Andere zündeten den Angaben zufolge Böller und Leuchtfeuer.

Es kam auch zu Rangeleien, als eine große Gruppe eine Polizeikette durchbrach. Die Sicherheitskräfte setzten Pfefferspray ein, woraufhin Demonstranten an den Augen behandelt wurden. Eine Polizeisprecherin resümierte aber: "Es ist mehr friedlich als unfriedlich." Mit ihren Aktionen wollen die Teilnehmer gegen Kapitalismus, soziale Missstände und das Integrationsgesetz protestieren. Sie werfen der Bundesregierung unter anderem vor, Flüchtlinge auszubeuten.

Aus den ursprünglich zwei angemeldeten Demonstrationen am Gendarmenmarkt und Potsdamer Platz bildeten sich im Lauf des Morgens viele kleine Gruppen, die sich im Zentrum der Hauptstadt verteilten. Manche setzten sich spontan zu Sitzblockaden auf die Straße, andere suchten die direkte Auseinandersetzung mit den Polizisten.

Das Spektrum der Protestierer reichte von Mitgliedern der Gewerkschaft Verdi bis zu Linksautonomen mit schwarzen Kapuzenjacken und Sonnenbrillen. Ein Polizeisprecher sagte, die Teilnehmer seien mit unterschiedlichen Motivationen angetreten. "Manche stehen ruhig hinter den Absperrungen, manche rennen durch die Stadt, manche tanzen."

Die Polizei beobachtete die Lage auch von einem Hubschrauber aus, der Liveaufnahmen in die Einsatzzentrale übertrug. 1200 Polizisten waren im Einsatz. Unterstützung kam aus Hessen, NRW, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und von der Bundespolizei. Im Regierungsviertel gab es weiträumige Straßensperren.

Zu den Aktionstagen des Blockupy-Bündnisses, die von Freitag bis Sonntag dauern sollen, reisten Teilnehmer mit Bussen aus Hamburg und anderen Städten an. Das Blockupy-Bündnis konnte am Freitagmorgen zunächst nicht so viele Menschen mobilisieren wie geplant. Am Potsdamer Platz versammelten sich zunächst 20, später dann gut 100 statt der angemeldeten 1000 Teilnehmer.

Die geplante Blockade des Bundesarbeitsministeriums in der Wilhelmstraße fiel zunächst aus. Die Polizei hatte das Ministerium weiträumig abgesperrt; schon am Vorabend standen die Absperrgitter bereit. Am Morgen konnten die Beschäftigten nur nach Kontrollen ihr Dienstgebäude betreten.

Die Polizei rechnete für den ganzen Tag mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und empfahl Autofahrern, die Innenstadt, vor allem die Wilhelmstraße, zu meiden. Im März 2015 war es bei Blockupy-Protesten anlässlich der Eröffnung der Europäischen Zentralbank in Frankfurt/Main zu Ausschreitungen durch linksradikale Autonome gekommen./rab/ffa/DP/fbr