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ROUNDUP: Shop Apotheke nach Börsengang auf Wachstumskurs - aber mit Verlust

Mittwoch, 23.11.2016 10:14 von

VENLO (dpa-AFX) - Beim Arzneimittel-Versandhändler Shop-Apotheke stehen die Zeichen nach dem Börsengang im Herbst weiter auf Wachstum. Der Umsatz des Börsenneulings legte in den ersten neun Monaten um 37 Prozent auf 124,7 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Mittwoch im niederländischen Venlo mitteilte. Im laufenden Quartal sollen die Erlöse noch weiter steigen, dafür sorgt vor allem eine Ausweitung des europäischen Geschäfts durch eine Übernahme. "Insgesamt wird das Wachstum im Gesamtjahr deutlich über den bisherigen 37 Prozent liegen", sagte Finanzvorstand Ulrich Wandel im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Aber das Wachstum kostet Geld: Unter dem Strich weitete Shop Apotheke indes seine Verluste aus. Grund dafür sind vor allem Kosten für Werbung und für die Ausweitung der Kapazitäten im Lager in Venlo.

Shop Apotheke versendet freiverkäufliche Medikamente sowie Kosmetik- und Pflegeprodukte über das Internet. Der DocMorris-Konkurrent ist seit Mitte Oktober an der Frankfurter Börse notiert. Das Unternehmen ist auf dem Gebiet nach eigenen Angaben in Deutschland und Österreich Marktführer. "Unser Ziel ist es, die Marktführerschaft in allen relevanten europäischen Märkten zu erreichen", sagte Wandel. Dazu gehören Frankreich, Belgien, die Niederlande, Spanien und Italien. Wesentlich hilft dabei der Zukauf der Online-Apotheke Farmaline im September diesen Jahres.

Die Ausweitung des europäischen Geschäfts ist für Shop Apotheke wichtig, denn in Deutschland weht den Online-Versendern ein rauer Wind seitens der Präsenz-Apotheken entgegen, die um ihre Umsätze fürchten. Zudem will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) den Online-Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten generell verbieten. Shop Apotheke ist allerdings davon nicht betroffen, da sie keine rezeptpflichtigen Medikamente anbietet.

Bei Shop Apotheke blieben nach neun Monaten 20,5 Prozent vom Umsatz im operativen Ergebnis (Bruttogewinnmarge) hängen. Im Gesamtjahr will die Online-Apotheke hier besser abschneiden als im Vorjahr, als es ebenfalls 20,5 Prozent waren. Unter dem Strich stand nach neun Monaten ein Minus von 9,03 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren es 6,64 Millionen Euro Verlust. Ein Kostentreiber war die Werbung, die die Apotheke vor allem mit Blick auf die internationale Kundschaft schaltete. Außerdem fließt Geld in die Ausweitung der Kapazitäten in Venlo: Das Lager wird vergrößert, Prozesse zunehmend automatisiert. Dafür nutzt das Unternehmen einen Teil des Emissionserlöses aus dem Börsengang, der bei 100 Millionen Euro lag.

2015 verließen rund 3 Millionen Pakete das Lager, in diesem Jahr werden es nach Aussagen Wandels rund 4 Millionen Pakete sein. Im Schnitt hat ein Paket einen Bestellwert von gut 50 Euro, es gibt laut Wandel kaum Retouren. Der Finanzchef wiederholte sein Ziel, mittelfristig operativ in die schwarzen Zahlen zu kommen. Einen konkreteren Zeitplan gab er dafür noch nicht. Bei der Vorlage der Gesamtjahreszahlen soll es eine Prognose für 2017 geben. Der Umsatz soll im kommenden Jahr - wie schon in Vorjahren - wieder um etwa 50 Prozent steigen./nmu/mne/she