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ROUNDUP/Schäuble: IWF-Länder nehmen politische Risiken stärker in Blick

Sonntag, 09.10.2016 11:50 von

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Mitgliedstaaten des Internationalen Währungsfonds (IWF) wollen die zunehmenden geopolitischen Risiken für die Weltwirtschaft stärker in den Blick nehmen. Die politischen Risiken seien die Hauptgefahr für die Weltwirtschaft, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Samstag in Washington zum Abschluss der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank sowie nach einem Treffen der Top-Wirtschaftsmächte G20.

Es sei erstmals im Kreis der Finanzminister und Notenbanker intensiv darüber diskutiert worden, wie man diesen Risiken entgegentrete: "Das ist ein Stück weit ein neuer Ansatz", sagte Schäuble. Eine nachhaltige Entwicklung werde wichtiger. Darauf setzt auch Deutschland, wenn es im Dezember den Vorsitz der G20-Gruppe führender Industrie- und Schwellenländer übernimmt. Zuvor hatte der IWF vor einer Politik des Abschottens gewarnt.

Schäuble und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erteilten zusätzlichen Konjunkturspritzen erneut eine klare Absage. "Die Lage der Weltwirtschaft ist gar nicht so schlecht", sagte Schäuble. All diese Debatten über stimulierende Maßnahmen stünden nicht mehr so im Vordergrund wie in den vergangenen Jahren.

Nach den Worten Weidmanns ist das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem und im nächsten Jahr zwar eher verhalten. Aber es gebe keinen Grund für übertriebenen Konjunkturpessimismus. Es gebe auch keine Notwendigkeit, noch stärkere Anstrengungen zur Ankurbelung der gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu unternehmen.

Die Geldpolitik sei schon ausgesprochen locker, sagte. In vielen Ländern gebe es keinen finanziellen Spielraum für zusätzliche Maßnahmen, und in Deutschland sei dies angesichts der soliden Konjunkturlage nicht nötig. Es sei auch absurd anzunehmen, dass eine expansivere Fiskalpolitik in Deutschland die "angezogene Handbremse der Weltwirtschaft" lösen könnte. Dazu seien die Ausstrahlkräfte auf andere Länder einfach zu gering./dm/sl/DP/zb