ROUNDUP: Samsung will Vorschlag eines US-Investors für Aufspaltung prüfen

Donnerstag, 06.10.2016 13:00 von

SEOUL (dpa-AFX) - Der US-Investor Elliot Management fordert einen Konzernumbau bei dem wegen fehlerhafter Smartphone-Akkus unter Druck geratenen Technologie-Riesen Samsung. Samsung werde die Vorschläge seiner Aktionäre "sorgfältig prüfen", teilte der größte Hersteller von Smartphones, Fernsehern und Speicherchips am Donnerstag mit. Der amerikanische Hedgefonds, der Aktionär bei Samsung ist, hatte den Südkoreanern am Mittwoch in einem offenen Brief unter anderem die Aufspaltung in zwei Unternehmen und die Ausschüttung einer Sonderdividende in Höhe von 30 Billionen Won (etwa 24,1 Milliarden Euro) angeraten.

Den Brief hatten zwei Elliott-Töchter, Blake Capital und Potter Capital, an den Samsung-Verwaltungsrat gerichtet. Demnach solle Samsung ein Unternehmen abspalten, das für das operative Geschäft zuständig ist, sowie eine Dachgesellschaft bilden.

Außerdem könne die Unternehmensführung unter anderem durch die Ernennung dreier unabhängiger Mitglieder für den Verwaltungsrat verbessert werden. Ziel sei eine Wertsteigerung des Unternehmens, von der alle Anteilseigner profitieren könnten. Das Beteiligungsgeflecht der Samsung-Gruppe - deren Flaggschiff der Elektrohersteller ist - sei zu kompliziert. Blake und Potter halten 0,62 Prozent an Samsung Electronics.

Die Vorschläge kommen zu einem kritischen Zeitpunkt für Samsung, das mit den Folgen einer weltweiten Rückrufaktion seines neuen Smartphone-Vorzeigemodells Galaxy Note 7 wegen Brandgefahr durch fehlerhafte Akkus kämpft. Dennoch legte der Kurs der Samsung-Aktie am Donnerstag nach der Antwort auf die Vorschläge von Elliott um 4,5 Prozent auf knapp 1,7 Millionen Won (etwa 1400 Euro) zu.

Inwieweit Samsung auf die Vorschläge Elliotts wirklich eingehen wird, gilt als unklar. Der Investor Elliott Associates L.P. hatte im vergangenen Jahr vergeblich versucht, die Übernahme des Bauunternehmens Samsung C&T durch eine andere Konzern-Tochter, Cheil Industries, zu verhindern. Elliott sah in dem Deal eine Stärkung der Gründerfamilie des Konzerns und eine Schwächung ausländischer Investoren./dg/DP/stb