ROUNDUP: Ryanair will in Frankfurt landen - Direkter Angriff auf Lufthansa

Dienstag, 01.11.2016 15:28 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der irische Billigflieger Ryanair will nun auch an der Lufthansa-Heimatbasis in Frankfurt starten und landen. Der dortige Flughafenbetreiber Fraport (Fraport Aktie) und Ryanair kündigten am Dienstag eine gemeinsame Pressekonferenz an, die am Mittwochvormittag an Deutschlands größtem Flughafen stattfinden soll. Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX soll erstmals ein Flugangebot von Frankfurt aus vorgestellt werden.

Die Lufthansa-Aktie reagierte mit Kursverlusten auf die Nachrichten. Nachdem die Ryanair-Pläne am frühen Nachmittag durchgesickert waren, sackte der Kurs aus der Gewinnzone zeitweise um mehr als zwei Prozent ins Minus. Zuletzt lag die Lufthansa-Aktie noch 0,86 Prozent unter ihrem Schlusskurs vom Vortag.

Bisher meidet Ryanair ebenso wie viele andere Billigflieger den Frankfurter Flughafen. Als Grund hatten die Iren bislang die im Vergleich zu anderen Airports deutlich höheren Gebühren sowie die langen Wendezeiten für die Flugzeuge am Boden genannt.

Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch) zufolge will Ryanair zunächst zwei Flugzeuge in Frankfurt stationieren, die als erste Ziele Palma de Mallorca und das südspanische Alicante anfliegen sollen. Die Iren profitierten dabei vom Neukunden-Rabatt des Betreibers Fraport, der Ryanair zudem eine 35-Minuten-Drehzeit zwischen Landung und Start zugesagt haben soll.

Damit wären nach vorläufigen Berechnungen bis zu sechs tägliche Starts von Frankfurt möglich. Die Strecke Frankfurt-Mallorca wurde im abgelaufenen Sommer von Lufthansa, Air Berlin (Air Berlin Aktie), der Thomas-Cook-Tochter Condor, dem Lufthansa-Ableger SunExpress sowie der Tui-Fluglinie Tuifly bedient. Alicante wurde nur einmal die Woche von der Lufthansa (Lufthansa Aktie) angeflogen.

Wann und mit welchem Flugangebot Ryanair antritt, blieb in den Einladungen noch offen. Sprecher verwiesen auf die geplante Pressekonferenz. Der Winterflugplan ist gerade angelaufen. Jetzt beginnen die Planungen für den Sommerflugplan, der Ende März mit Einführung der erneuten Sommerzeit in Kraft tritt.

Die Iren fordern die Lufthansa damit an deren wichtigstem Drehkreuz heraus. An ihrem zweiten Drehkreuz in München muss sich die Lufthansa bereits mit der Billigkonkurrenz von Easyjet und Transavia, einer Tochter von Air France-KLM, auseinandersetzen. Entgegen früheren Plänen will der Dax-Konzern daher seine Billigtochter Eurowings vom kommenden Jahr an auch in München an den Start schicken.

In Hamburg eröffnete Ryanair am Dienstag eine neue Basis. Die Iren stationieren in der Hansestadt zunächst zwei Maschinen vom Typ Boeing (Boeing Aktie) 737-800. Völlig neu im Hamburger Streckennetz sind damit die bulgarische Hauptstadt Sofia, die bereits seit September angeflogen wird, sowie Mailand-Bergamo und London Stansted./stw/ceb/egi/stw