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ROUNDUP: Rüstungsgeschäfte machen Rheinmetall für das Gesamtjahr optimistischer

Donnerstag, 03.11.2016 10:19 von

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Gute Geschäfte mit Waffen und Munition verleihen dem Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall (Rheinmetall Aktie) weiter Auftrieb. Weil die Düsseldorfer im bisherigen Jahr deutlich mehr in dem Bereich verkauften und die Auftragsbücher weiter üppig gefüllt sind, rechnet Chef Armin Papperger nun mit mehr Umsatz als bisher. Auch beim Gewinn machte sich das Geschäft mit Waffen bezahlt. Die Rheinmetall-Aktie stieg am Donnerstag in der MDax-Spitzengruppe um 1,5 Prozent.

Am Jahresende soll der konzernweite Umsatz nun die Marke von etwa 5,6 Milliarden Euro erreichen, rund 100 Millionen Euro mehr als zuvor gedacht. Analysten hatten mit einem Wert in dieser Größenordnung schon gerechnet. Überraschend gut schnitt das Unternehmen im dritten Quartal beim Gewinn ab: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg dank des lukrativen Munitionsgeschäfts gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 30 Prozent auf 79 Millionen Euro. Unter dem Strich entfiel auf die Rheinmetall-Aktionäre ein Gewinn von 42 Millionen Euro - ein Anstieg von mehr als einem Viertel. Auch chinesische Beteiligungen trugen mit Gewinnwachstum dazu bei.

Obwohl das Jahresziel für die operative Rendite beibehalten wurde, impliziere die höhere Umsatzprognose am Ende auch einen höheren Gewinn aus dem laufenden Geschäft, schrieb Commerzbank-Analyst Sebastian Growe. Die Anhebung sei vom Markt erwartet worden, doch die Experten dürften das Zustandekommen des operativen Gewinns zu schätzen wissen - die Erträge aus dem Munitionsgeschäft dürften keine Eintagsfliege sein.

Rheinmetall profitierte insbesondere von Rüstungsgeschäften mit dem Nahen Osten und Nordafrika. In den ersten neun Monaten steigerten die Düsseldorfer vor allem dank der Lieferung von Marinemunition für einen Kunden in der Region den Umsatz mit Waffen und Munition um die Hälfte. Erstmals seit vier Jahren habe Rheinmetall in den ersten neun Monaten auch wieder operativ im Rüstungsbereich einen Gewinn erwirtschaftet, hieß es vom Unternehmen.

Die Rüstungssparte hat wegen ihres Wachstums in diesem Jahr die Autosparte beim Umsatz deutlich abgehängt, ist aber insgesamt weniger profitabel als die Autogeschäfte. Bei den Aufträgen kann die Rüstungssparte mit Rekordwerten prahlen: Für Waffen, Munition, Fahrzeuge und Elektroniksysteme hat Rheinmetall derzeit Bestellungen in Höhe von 6,89 Milliarden Euro in den Büchern.

Im dritten Quartal kletterte der Umsatz bei den Düsseldorfern insgesamt um knapp 10 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro. Die operative Gewinnmarge konnte das Unternehmen um einen Prozentpunkt auf 6,1 Prozent steigern. Die Prognose für das Gesamtjahr bleibt hier bei rund 6 Prozent./men/jha/fbr