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ROUNDUP: Regierung will mehr für digitale Bildung tun

Mittwoch, 16.11.2016 05:39 von

SAARBRÜCKEN/BERLIN (dpa-AFX) - Kinder und Jugendliche sollen künftig in Schulen und Berufsausbildung besser auf die fortschreitende Digitalisierung vorbereitet werden. Gemeinsam mit den Ländern wolle der Bund "ein Programm zur Modernisierung der Schulen auf den Weg bringen", heißt es in einem Papier des Bundeswirtschaftsministeriums. Geplant sei eine "Ausstattungsinitiative" besonders für die Berufsausbildung.

Das Papier wurde unmittelbar vor dem IT-Gipfel veröffentlicht, zu dem am Donnerstag unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erwartet werden.

Man müsse "ein optimales Lernumfeld" und eine "gute Infrastruktur" schaffen, vor allem durch den Breitbandausbau in ländlichen Gebieten und die technische Ausstattung von Schulen und Berufsschulen. Derzeit gebe es in 40 Prozent der deutschen Berufsschulen keinen drahtlosen Internetzugang (WLAN). Fast die Hälfte aller Lehrer an weiterführenden Schulen seien mit der elektronischen Ausstattung ihrer Schule unzufrieden.

Die "Ausstattungsinitiative" sei "Teil eines umfassenden Bund-Länder-Gesamtkonzepts auch zum Ausbau der digitalen Bildung". Möglichst früh, schon im Vorschulalter, solle die digitale Bildung beginnen. Flächendeckend und bundesweit solle in den nächsten Jahren an Drittklässler ein elektronisches "Mini Board" namens "Calliope" verteilt werden, mit dem man auch Programmieren lernen kann. Noch etwa die Hälfte aller Schulen solle ein "Medienkonzept" über die Verwendung digitaler Medien erarbeiten.

In der beruflichen Bildung wird es nach Angaben des Wirtschaftsministeriums eine Initiative "1000 Berufsschulen 4.0" geben. Dies bedeute auch Investitionen in die Infrastruktur, damit die nötigen digitalen Lerninhalte tatsächlich vermittelt werden könnten. Für überbetriebliche Berufsbildungszentren sollen bis 2018 jährlich rund 39 statt die bisher geplanten 29 Millionen Euro für notwendige Ausstattungsinvestitionen ausgegeben werden. Das Ministerium setze sich auch für zusätzliche Lehrstühle und für die Stärkung der vorhandenen Spitzen-Institute im Informatikbereich ein.

Für den Mittelstand sollen sogenannte "Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren" als regionale Anlaufstellen für kleine und mittlere Unternehme ausgebaut werden. Bisher gibt es schon 10 davon. Sie sollen praxisnah über Chancen der Digitalisierung und Fortbildungsmöglichkeiten informieren./rtt/DP/zb