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ROUNDUP: Optikkonzern Zeiss schafft es erstmals über Fünf-Milliarden-Marke

Mittwoch, 13.12.2017 13:32 von dpa-AFX

STUTTGART (dpa-AFX) - Ein wieder erstarktes Geschäft in der Halbleitersparte und große Sprünge in Asien haben den Optikkonzern Carl Zeiss beim Umsatz erstmals über die Fünf-Milliarden-Marke gebracht. Auch beim Gewinn verkündete Vorstandschef Michael Kaschke am Mittwoch in Stuttgart erneut einen Bestwert: 561 Millionen Euro blieben unter dem Strich. Das ist ein Plus von rund 39 Prozent. Auch für das kommende Jahr ist Kaschke optimistisch. "Wir werden unseren Wachstumskurs auch im Geschäftsjahr 17/18 fortsetzen", sagte er.

Zum Umsatz von insgesamt gut 5,3 Milliarden Euro (+10 Prozent) steuerte der Bereich, in dem Systeme zur Halbleiterproduktion entwickelt werden, rund 1,2 Milliarden bei. Das ist im Vergleich der Sparten nicht der größte Anteil, aber der mit dem stärksten Wachstum: 25 Prozent. Dass Zeiss trotz einiger schwacher Jahre enorm in den Bereich investiert habe, zahle sich nun aus, sagte Kaschke.

Auch die Medizintechnik lag mit elf Prozent Plus noch über dem Gesamtwachstum. Hier liege großes Potenzial in der Alterung der Gesellschaft, sagte Kaschke und sprach von einem "Megatrend". Die umsatzstärkste Zeiss-Sparte Research & Quality, zu der unter anderem Messtechnik und Mikroskopie zählen, sowie Vision Care und Consumer Products - Brillen- Ferngläser, Objektive - wuchsen langsamer. Für jede der vier Sparten soll es von 2018 an ein eigenes Vorstandsmitglied geben. Zeiss hat dafür zwei neue Vorstände berufen.

Der Konzern aus Oberkochen (Ostalbkreis) hat weltweit knapp 27 000 Mitarbeiter, gut 11 300 davon in Deutschland. Rund 85 Prozent seines Umsatzes erzielt Zeiss im Ausland, wo es zuletzt insbesondere in Asien mit einem Plus von 15 Prozent stark voranging. "Hier sind wir dynamisch gewachsen Jahr für Jahr", sagte Kaschke. In anderen Regionen kamen die Geschäfte langsamer voran.

Aus eigener Kraft könnte Zeiss im aktuellen Geschäftsjahr laut Kaschke etwas langsamer wachsen. Wenn es wieder zweistellig werden solle, müsse das über weitere Zukäufe geschehen. Die seien ein Schwerpunkt der Wachstumsstrategie, insbesondere im Bereich der Medizintechnik./eni/DP/men