ROUNDUP: Neuer Sanofi-Deutschland-Chef zuversichtlich für das deutsche Geschäft

Donnerstag, 01.12.2016 12:58 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der neue Vorsitzende der Geschäftsführung von Sanofi in Deutschland, Clemens Kaiser, ist optimistisch für das deutsche Geschäft des französischen Pharmakonzerns. "Wir wachsen stärker als der Markt", sagte Kaiser bei einem Gespräch mit Journalisten am Donnerstag in Frankfurt. In Deutschland ist Sanofi laut dem Branchenbeobachter IMS Health das vom Umsatz her drittgrößte Pharmaunternehmen. Clemens bekannte sich auch zum Standort Frankfurt mit seinen knapp 7300 Mitarbeitern. Hier wird vor allem das Diabetes-Mittel Lantus hergestellt, das angesichts des abgelaufenen Patentschutzes mit starker Konkurrenz kämpft.

Bei Diabetes gebe es eine Reihe von Forschungsansätzen, um auch in Zukunft vorne mitspielen zu können. "Wir wollen da stärker wachsen, auch durch neue Therapieansätze", sagte Kaiser. Dabei gehe es aber nicht nur darum, neue Moleküle zu entwickeln, sondern auch um eine Verbesserung etwa bei Therapieprozessen. Als Beispiel nannte er eine Kooperation mit Google (Alphabet A Aktie) , diese soll mit der Hilfe von aufbereiteten Daten die Therapie der Patienten optimieren.

"Bei Diabetes gibt es nach wie vor einen hohen medizinischen Bedarf", sagte Kaiser. Das liege allein schon an dem Versuch, die Therapie so auszurichten, dass sie den Patienten so wenig wie möglich einschränke. "Es geht nicht darum, einen kleinen Fortschritt zu machen, sondern darum, wirklich neue Wege zu finden." Datensicherheit sei dabei ein "wesentlicher Punkt".

Aktiv ist Sanofi in Deutschland auch zusammen mit der Fraunhofer Gesellschaft in der Erforschung neuer Antibiotika, die sich gegen resistente Keime richten. Dieser Markt ist vergleichsweise klein, dennoch brauchen die Betroffenen dringend Lösungen. Kaiser zufolge wartet Sanofi nicht, bis sich etwa die Bundesregierung dazu bereit erkläre, den forschenden Unternehmen zum Beispiel mit Bevorratungsprämien entgegen zu kommen.

Besuche von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in diesem und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im vergangenen Jahr stimmten ihn zuversichtlich, dass sich eine Lösung finde. Die Forschung von Sanofi in Frankfurt wird von einem Projekt der hessischen Landesregierung unterstützt./nmu/jha/stb