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ROUNDUP: Monsanto grenzt vor Übernahme durch Bayer Verlust ein - Zeitplan steht

Mittwoch, 05.10.2016 15:21 von

ST. LOUIS (dpa-AFX) - Der US-Agrarkonzern Monsanto hat vor der Rekordübernahme durch Bayer (Bayer Aktie) seinen Verlust eingedämmt. Im Geschäftsquartal bis Ende August ging der Verlust verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 495 auf 191 Millionen US-Dollar (171 Mio Euro) zurück, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Beim bereinigten Gewinn je Aktie übertraf der Konzern mit einem Gewinn von 7 US-Cent auch dank Sparmaßnahmen die Erwartungen der Analysten deutlich. Der Umsatz legte im Schlussquartal dank Zuwächsen im Saatgutgeschäft um neun Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar (Dollarkurs) zu.

Dem Konzern machten im abgelaufenen Geschäftsjahr der Gegenwind von der Währungsseite und Preisrückgänge zu schaffen. Bereits seit längerer Zeit leidet der Konzern unter schwachen Geschäften in der Landwirtschaft. Mit Sparmaßnahmen steuert der Konzern gegen. Im laufenden Jahr will Monsanto (Monsanto Aktie) den Gewinn wieder steigern. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll dann auf 4,50 bis 4,90 Dollar klettern. Im abgelaufenen Jahr war die wichtige Kennzahl um fast 22 Prozent auf 4,48 Dollar eingebrochen.

Erst vor drei Wochen hatte Monsanto dem Kauf durch Bayer für 66 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden zugestimmt und damit einen monatelangen Poker beendet. Die Monsanto-Aktionäre und die Behörden müssen dem Deal noch zustimmen. Die Übernahme würde Bayer mit einem Schlag zur weltweiten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln machen. Der Abschluss der Transaktion wird Ende 2017 erwartet. Monsanto-Chef Hugh Grant bestätigte nun die Zeitpläne und warb erneut für den Zusammenschluss.

Die Megaübernahme stößt nicht nur auf Zustimmung. So forderten Umweltschützer und Hilfsorganisationen die Kartellbehörden zuletzt auf, die Hochzeit der beiden Giganten zu verhindern. Monsanto, Syngenta, Bayer, Dupont, Dow Chemical (Dow Chemical Aktie) und BASF (BASF Aktie) kontrollierten schon heute 75 Prozent des globalen Agrarchemiemarktes und mehr als 60 Prozent des Saatgutmarktes, hieß es von den Kritikern. Monsanto steht wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte und wegen des umstrittenen Pestizids Glyphosat immer wieder in der Kritik.

Bayer und Monsanto stehen mit ihrem Mega-Deal nicht allein. So hatten zuletzt die US-Behörden die geplante Milliarden-Übernahme des Schweizer Agrarchemie-Konzerns Syngenta durch das chinesische Staatsunternehmen ChemChina genehmigt. Im vorigen Dezember hatten außerdem Dow Chemical und Dupont ihren Zusammenschluss angekündigt. In diesem Umfeld müssen die Behörden entscheiden./jha/enl/stb