ROUNDUP/Milliardendeal: Indien kauft doch noch die französische Rafale

Freitag, 23.09.2016 13:29 von

NEU DELHI (dpa-AFX) - Frankreich und Indien haben den Kaufvertrag für 36 französische Jagdbomber des Typs Rafale unterzeichnet, die nach Indien geliefert werden sollen. Die Verteidigungsminister der beiden Länder, Jean-Yves Le Drian (Frankreich) und Manohar Parrikar (Indien), unterschrieben das Dokument am Freitag in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Das bestätigten das indische Verteidigungsministerium und der Herstellerkonzern Dassault Aviation.

Der Gesamtwert der Vereinbarung beträgt rund 7,75 Milliarden Euro, wie das indische Verteidigungsministerium der Deutschen Presse-Agentur am Freitag bestätigte. Die erste Maschine soll 2019 geliefert werden, die übrigen Maschinen dann innerhalb von zweieinhalb Jahren folgen.

Die harten Verhandlungen um Preis und Produktionsort zogen sich lange hin. Dassault hat dabei einige Zugeständnisse an Indien gemacht: Laut französischen und indischen Medien sind weit reichende Technologietransfers vorgesehen. Zudem soll ein großer Teil der Bauteile in Indien beschafft werden, obwohl die Maschinen in Frankreich gebaut und montiert werden.

Frankreichs Präsident François Hollande begrüßte den Deal. Damit erkenne "eine große militärische und strategische Macht" die technologische Qualität der französischen Flugzeugindustrie an, teilte der Élyséepalast in Paris mit.

Bereits im Januar 2012 hatte Dassault sich mit der Rafale in einer Ausschreibung durchgesetzt. Letzter verbliebener Mittbewerber war das Konkurrenzmodell Eurofigher Typhoon, das teilweise in Deutschland gefertigt wird. Ursprünglich wollte Indien laut der Ausschreibung 126 Rafale kaufen, von denen 108 in Indien gefertigt werden sollten. Warum jetzt nur 36 Kampfjets direkt aus Frankreich geliefert werden, hat Neu Delhi nie erklärt.

Unklar ist auch, ob Indien weitere Jets kaufen will und ob es dafür eine neue Ausschreibung und damit eine neue Chance für den Eurofighter geben wird.

Die Rafale war auf dem Rüstungsmarkt lange ein Ladenhüter. Seit 2015 konnte Frankreich aber 84 Maschinen verkaufen: An Ägypten, Katar und nun Indien. Indien ist nach Angaben des Friedensforschungsinstituts Sipri der größte Rüstungsimporteur der Welt./smr/DP/she