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ROUNDUP: Microsoft stellt Slack-Konkurrenten 'Microsoft Teams' vor

Donnerstag, 03.11.2016 11:36 von

NEW YORK (dpa-AFX) - Microsoft (Microsoft Aktie) will stärker in dem noch jungen Geschäft mit Chat-basierten Kommunikationslösungen für Unternehmen mitmischen. "Microsoft Teams" ist eine tief in das Office-Paket integrierte Plattform für die gemeinsame Arbeit in Unternehmen, die die Zusammenarbeit deutlich vereinfachen soll. Die Software, die Elemente wie Chats, Newsfeeds und Gruppen für den Unternehmensalltag bereitstellt, ist fester Bestandteil von Microsofts Office-365-Paket und soll individuell konfigurierbar sein. Für Geschäftskunden von Office 365 stehe die Plattform ab sofort als Preview-Version zur Verfügung, teilte Microsoft am Mittwochabend in einer Präsentation in New York an.

Es gebe heute enorme Möglichkeiten und Veränderungen darin, wie Menschen und Teams ihre Arbeit verrichten, schreibt Kirk Koenigsbauer, bei Microsoft für das Office-Geschäft zuständig, in einem Blog-Eintrag. "Teams sind heute viel agiler, und die Organisationsstrukturen viel flacher, um Kommunikation und Information am Fließen zu halten." Microsoft Teams solle dabei ein offeneres digitales Umfeld bieten und die Prozesse in den Arbeitsgruppen sichtbarer machen, so dass jeder Teilnehmer informiert sei.

Unter anderem sind mit "Microsoft Teams" Video-Telefonate per Skype sowie der Zugriff auf Word, Excel, PowerPoint und OneNote möglich. Für den mobilen Einsatz seien entsprechende Apps für Apples iOS, Googles Android und Windows Phone verfügbar. Microsoft Teams soll ab sofort als Vorschau-Version in 181 Ländern und in 18 Sprachen verfügbar sein und auf allen Plattformen - von Windows über Mac bis hin zu Android und iOS - sowie über das Web laufen. Der offizielle Marktstart ist für das erste Quartal 2017 geplant. Microsoft versicherte am Mittwoch, dass alle Daten zu jeder Zeit verschlüsselt seien.

Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit sind teamübergreifend. In die Chats lassen sich Emojis, Videos oder Grafiken einbinden. Mit einem Mausklick kann man auch Video-Chats mit mehreren Mitarbeitern starten. In der Grundeinstellung sind alle Beiträge innerhalb eines Teams für alle einsehbar, es gibt aber auch die Möglichkeit, sich privat zu unterhalten. Newsfeeds etwa aus Twitter lassen sich übersichtlich einfügen. Entwicklern will Microsoft über die Zeit der Preview-Phase die Möglichkeit geben, weitere Werkzeuge in die Software zu integrieren.

Der Markt für diese Art von Kommunikationslösungen ist noch relativ jung. Mit der Software tritt Microsoft direkt gegen den kleineren Konkurrenten Slack an, an dem die Redmonder zuvor schon Übernahme-Interesse gezeigt hatten. Einem Bericht des Technologie-Blogs "Techcrunch" zufolge sollen dabei rund acht Milliarden Dollar (Dollarkurs) im Gespräch gewesen sein.

Ähnlich wie Slack soll "Microsoft Teams" die Flut der E-Mails eindämmen, unter der viele Arbeitnehmer zu leiden haben. Erst im vergangenen Monat startete Facebook (Facebook Aktie) seinen ähnlich positionierten Dienst "Workplace by Facebook", über den Mitarbeiter eines Unternehmens fast wie bei Facebook für den Privatanwender kommunizieren können. Microsoft hatte bereits vor einigen Jahren den auf Chats für Bürokommunikations spezialisierten Dienst Yammer gekauft.

Slack hieß in einem Blog-Beitrag Microsoft als "würdigen Wettbewerber" willkommen. "Wir sind sicher, Ihr kommt auch mit einer Reihe neuer eigener Ideen dazu", heißt es dort etwas süffisant. Microsofts Vorstoß sei zwar etwas "beängstigend", doch dies werde eine bessere Zukunft schneller voranbringen. Es reiche dafür jedoch nicht, einfach eine Liste von Slacks Funktionen zusammenzustellen.

Slack konnte unter seinen rund vier Millionen täglichen Nutzern immerhin auch Schwergewichte wie IBM (IBM Aktie), Linkedin oder Ebay (eBay Aktie) für seinen Dienst gewinnen. Microsoft bedient mit Office 365 dagegen rund 85 Millionen Nutzer. Slack werde aber auch weiterhin den Vorteil haben, Start-ups und kleinere Firmen zu adressieren, die nicht auf Windows oder Office setzten, schätzte das Technologie-Blog "The Verge"./gri/DP/stb