ROUNDUP: Mehr Handel für die Umwelt: Internationaler Deal steht vor Abschluss

Donnerstag, 01.12.2016 16:06 von

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Produkte, die dem Umwelt- oder Klimaschutz dienen, könnten in naher Zukunft deutlich günstiger werden. Nach Angaben von EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sind die Verhandlungen über ein internationales Abkommen zum Zollabbau für rund 300 solcher Waren in der Schlussphase angelangt. Sie hoffe auf einen erfolgreichen Abschluss der Gespräche bei einem am Samstag beginnenden Ministertreffen in Genf, sagte die Schwedin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und drei weiteren internationalen Medien.

Gestritten wird nach Angaben von Malmström nur noch über einige chinesische Vorschläge für die Produktliste. Das Land wollte zuletzt zum Beispiel auch Fahrräder und E-Bikes miteinbeziehen. Die europäische Industrie läuft gegen dieses Vorhaben Sturm. Sie fürchtet, von chinesischer Billigkonkurrenz in den Ruin getrieben zu werden. Sicher ist hingegen, dass Produkte wie Windturbinen und Anlagen zur Müllbeseitigung oder Wasseraufbereitung aufgenommen werden.

An dem Abkommen zum Handel mit sogenannten Umweltschutzgütern wollen sich neben der Europäischen Union unter anderem die USA, China und Japan beteiligen. Das Projekt war 2014 während des Weltwirtschaftsforums in Davos von Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) initiiert worden, um den Kampf gegen den Klimawandel voranzubringen.

"Dieser Vertrag (...) wird die Kosten für Hunderte Umweltprodukte senken und dazu beitragen, dass sie eine größere Verbreitung finden", sagte Malmström. Experten hätten ausgerechnet, dass durch das Abkommen auch die Treibhausgas-Emissionen deutlich gesenkt werden könnten./aha/DP/tos