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ROUNDUP: Krones begegnet Preisdruck mit Auslandsexpansion

Mittwoch, 26.10.2016 10:25 von

NEUTRAUBLING (dpa-AFX) - Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones (Krones Aktie) reagiert auf den anhaltenden Preisdruck mit dem Gang ins Ausland. Damit das Unternehmen sein mittelfristig angestrebtes Margenziel schaffe, werde Krones Teile des Einkaufs, der Entwicklung sowie in geringerem Maße auch der Produktion zunehmend in die Regionen verlagern, in denen die Kunden ihre Fabriken betreiben, erklärte der MDax-Konzern am Mittwoch bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen fürs dritte Quartal.

Bei den Anlegern kamen die Pläne für mehr Profitabilität und der jüngste Geschäftsverlauf gut an: Im frühen Handel stieg die Krones-Aktie um 8 Prozent auf gut 91 Euro. Zwischenzeitlich hatten Sorgen um Krones' Geschäfte das Papier fast bis auf 80 Euro fallen lassen. Vor einem Jahr war die Aktie in der Spitze noch 117 Euro wert.

Krones stellt Abfüll- und Etikettiermaschinen hauptsächlich für die Getränkeindustrie her. Aktuell sind von den gut 14 100 Mitarbeitern fast 10 000 im Inland beschäftigt. Das Stammwerk liegt in Neutraubling nahe Regensburg. Weitere Werke hierzulande gibt es in Flensburg, Freising, Nittenau und Rosenheim.

"In Deutschland sollen keine Arbeitsplätze wegfallen", sagte eine Konzernsprecherin zur neuen Strategie. Bis zuletzt seien sogar noch Mitarbeiter eingestellt worden. Der größere Teil der Neueinstellungen werde aber im Ausland erfolgen. So solle die Belegschaft im chinesischen Werk in Taicang von derzeit 450 mittelfristig auf 900 verdoppelt werden.

China ist einer der wichtigsten Märkte für Krones mit zuletzt hohen Zuwachsraten. Analysten hatten allerdings insbesondere hier vor einer Verschärfung des Wettbewerbs gewarnt. Krones leidet schon seit einiger Zeit unter einem Preiskampf, der auf die Gewinne drückt. Auch mittelfristig sei von den Preisen keine Unterstützung zu erwartet, erklärte das Unternehmen.

Mit dem Ausbau der Aktivitäten im Ausland soll nun die Profitabilität gesteigert und das Wachstum angekurbelt werden. Das Krones-Management formulierte neue Ziele bis zum Jahr 2020, wonach die Vorsteuermarge auf 8 Prozent verbessert werden soll. Im dritten Quartal war sie leicht gestiegen auf 6,9 Prozent. Zur Margensteigerung soll auch der Ausbau des einträglichen Servicegeschäfts beitragen; erst im Sommer hatte Krones einen US-Dienstleister für die Getränkeindustrie mit einem Jahresumsatz von rund 30 Millionen Dollar (Dollarkurs) übernommen.

Weitere Zukäufe sollen folgen. Auch dadurch soll der Krones-Umsatz jährlich bis zum Jahr 2020 im Schnitt um 7 Prozent zulegen. Neue Produkte aus dem eigenen Hause sollen den anderen Teil des Wachstums bringen.

Im Zeitraum Juli bis September hat sich Krones bereits positiv entwickelt, wenngleich das Management von "gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten und intensivem Wettbewerb" berichtete. Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 850 Millionen Euro, der Umsatz verbesserte sich um knapp 7 Prozent auf knapp 820 Millionen Euro. Dank Einsparungen und einer geringeren Steuerquote kletterte der Gewinn unterm Strich um 12 Prozent auf fast 40 Millionen Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Krones./das/ag/stb