ROUNDUP: Intershop sucht sich Marktnische - 2016 rote Zahlen

Mittwoch, 02.11.2016 14:32 von

JENA (dpa-AFX) - Als Reaktion auf sinkende Umsätze und rote Zahlen hat der Software-Anbieter Intershop Umstrukturierungen angekündigt. Das börsennotierte Jenaer Unternehmen werde sich künftig auf Programme für das Internetgeschäft von Großhandelsunternehmen konzentrieren, kündigte Vorstandschef Jochen Wiechen am Mittwoch an. Er sprach von einer strategischen Neuausrichtung und enttäuschenden Zahlen nach drei Quartalen.

"Wir haben gesehen, dass wir im Konzert mit den Großen eine andere Strategie fahren müssen", sagte Wiechen der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen neue Akzente setzen", begründete er die Spezialisierung auf den Großhandel und damit eine Nische im Softwaremarkt für den Internethandel. "Es ist ein Markt mit großem Potenzial und einem steigenden Anteil an Online-Umsätzen, in dem wir bereits Kunden haben."

Der Intershop-Umsatz brach bis Ende September um ein Viertel auf 25,6 Millionen Euro ein. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei minus 2 Millionen Euro nach einem etwa ausgeglichenen Wert im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Verlust nach drei Quartalen von knapp 2,4 Millionen Euro.

Der Intershop-Vorstand rechnet nun für das Geschäftsjahr 2016 mit einem Umsatz zwischen 34 und 36 Millionen Euro sowie einem negativen Betriebsergebnis (Ebit) zwischen 1,0 und 2,5 Millionen Euro. Bis 2020 werde die Marke von 50 Millionen Euro beim Jahresumsatz angepeilt.

Veränderungen in der Verwaltung seien bereits abgeschlossen, so der Vorstand. Das habe etwa 20 Arbeitsplätze gekostet. Derzeit beschäftigt Intershop noch rund 370 Mitarbeiter. Erzielt werden sollen ab 2017 jährliche Einsparungen von etwa 3 Millionen Euro, die der Vorstand für Investitionen in Marketing und Vertrieb nutzen will. "Wir müssen sichtbarer werden", sagte Wiechen. Unter anderem die Position des Marketingleiters Europa sei neu besetzt worden.

Verstärkt anbieten will Intershop sogenannte Cloud-Lösungen - Kunden können die Handelsplattform des Jenaer Unternehmens nutzen, ohne in eigene IT-Infrastruktur zu investieren. Es gebe dabei eine Zusammenarbeit mit Microsoft (Microsoft Aktie). Intershop hatte in den 1990er Jahren zu den Pionieren des Internethandels in Deutschland gehört./ro/DP/stb