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ROUNDUP: ING profitiert von starkem Deutschland-Geschäft

Donnerstag, 03.11.2016 11:17 von

AMSTERDAM (dpa-AFX) - Die niederländische Großbank ING hebt sich weiter vom negativen Branchentrend in Europa ab. Im dritten Quartal steigerte das Institut nach Angaben vom Donnerstag seinen Überschuss verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf gut 1,3 Milliarden Euro. Dabei trotzte der Konzern auch dem Druck durch die historischen Niedrigzinsen, die vielen Banken schwer zu schaffen machen.

Das Deutschland-Geschäft mit der Direktbank ING-Diba und der Baufinanzierungsplattform Interhyp erweist sich dabei als eine wichtige Stütze: Die Sparte steigerte ihren bereinigten Vorsteuergewinn um gut 28 Prozent auf 282 Millionen Euro.

Mit den Konzernergebnissen übertraf die ING die Erwartungen der Analysten deutlich. Die Aktien der Bank legten am Vormittag gut 3,5 Prozent zu und waren damit zweitbester Wert im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Damit hat ING den bisherigen Jahresverlust auf 3,7 Prozent begrenzt und steht im europäischen Branchenvergleich im vorderen Mittelfeld.

Die ING gilt derzeit als eine der erfolgreichsten Banken Europas. Im dritten Quartal profitierte die Bank von einer Ausweitung ihres Kreditgeschäfts, mit der sie sich gegen die Folgen des Zinstiefs stemmt. Die Risikokosten stiegen zugleich nur leicht.

Doch auch die ING spürt angesichts von Minizinsen und fortschreitender Digitalisierung den Druck zum Wandel. Erst vor einem Monat hatte Vorstandschef Ralph Hamers den Wegfall von 5800 Stellen in Belgien und den Niederlanden verkündet.

Dabei steht der Konzern mit einem Verhältnis von Kosten zu den Einnahmen von knapp 51 Prozent im dritten Quartal im Branchenvergleich schon glänzend da. Zum Vergleich: Die Commerzbank (Commerzbank Aktie) musste im ersten Halbjahr für einen Euro Ertrag fast 80 Cent aufwenden, die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) im dritten Quartal sogar 87 Cent.

Die ING hatte nach der Finanzkrise eine harte Sanierung durchlaufen. Damals musste die Bank durch den niederländischen Staat aufgefangen werden. Die Hilfsgelder sind inzwischen wieder samt Zinsen zurückgezahlt. Zudem ist die wegen der Staatshilfe notwendige Abspaltung der Versicherungssparte inzwischen abgeschlossen./enl/das/fbr