ROUNDUP/IMK-Chef: Deutschland muss sich besser für Hacker-Angriffe wappnen

Dienstag, 29.11.2016 12:50 von

SAARBRÜCKEN (dpa-AFX) - Deutschland muss sich nach Ansicht der Innenminister der Länder für Hacker-Angriffe besser wappnen. "Ich sehe eine große Gefahr. Ich glaube, wir waren uns bisher nicht bewusst, wie gefährlich die Situation ist", sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), am Dienstag. Die Minister müssten bei ihrem Treffen in Saarbrücken "darüber reden, wie wir im Verbund der Sicherheitsbehörden noch besser werden können", sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD). "Denn damit kann man die Republik lahmlegen, das müssen wir verhindern."

"Das zeigt, wie verwundbar wir sind", sagte der nordrhein-westfälische Ressortchef Ralf Jäger (SPD) zum Angriff auf das Datennetz der Deutschen Telekom. "Wir müssen uns da in Deutschland besser aufstellen, wir brauchen eine bessere Zusammenarbeit von Bund und Ländern." Im Bereich Cyberkriminalität müsse man "mehr Personal und mehr Technik einsetzen".

Bouillon sagte, er könne nicht bestätigen, dass Russland für den Angriff auf das Telekom-Netz verantwortlich sei. "Gesicherte Erkenntnisse hat keiner. Aber die Fachleute sagen, sie sind aufgrund der verwendeten Methode relativ sicher." Es gebe seit Jahren russische Hackerangriffe: "Die Beweissituation ist für Laien nicht einfach: Aber Fachleute gehen davon aus, dass es aus Russland kommt."

"Ich bin sehr besorgt", sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD). Bei der Sicherheit der IT-Infrastruktur müssten die Deutschen "eindeutig nachlegen". Wenn die Telekom Opfer eines solchen Angriffs werden könne, müsse "jedem klar werden, wie aktuell und alltäglich die Gefahr ist". Es fehlten Informatiker - "und wir brauchen Geld, wir brauchen technische Infrastruktur".

Die Innenminister zeigten sich einig, dass Sicherheitsbehörden der Zugriff auf Messengerdienste wie WhatsApp rechtlich möglich gemacht werden müsse. "Es kann doch nicht sein, dass Verbrecher sich mit Verbrechern über WhatsApp informieren. Und dass die Strafverfolgungsbehörden und der Rechtsstaat und die Justiz keine Möglichkeiten haben, das zu verfolgen", sagte Bouillon.

"Wir haben Menschen, die sich dort bewegen, die Kriminelles vorhaben oder die Werbung betreiben für islamistische Gruppierungen. Da müssen wir rankönnen", sagte Lewentz. Cyber-Angriffe sind auch Thema bei der zweitägigen Herbstkonferenz. Zudem tagen die Minister über Fragen der Terrorbekämpfung und Gesetzesverschärfungen in mehreren Bereichen./rtt/DP/stb