ROUNDUP/IFA/Medienanstalten: Digitalradio DAB+ legt stark zu

Montag, 05.09.2016 13:34 von

BERLIN (dpa-AFX) - Das Digitalradio DAB+ erreicht in Deutschland nach einer längeren Anlaufphase immer mehr Hörer. Knapp fünf Millionen Haushalte in der Bundesrepublik verfügen derzeit über mindestens ein Radiogerät, mit dem man DAB+ empfangen kann. Das geht aus dem Digitalisierungsbericht der Medienanstalten hervor, der von TNT Infratest erstellt wurde. Die Zahl entspricht 12,6 Prozent der Haushalte.

Vor zwei Jahren konnten lediglich knapp drei Millionen Haushalte (7,4 Prozent) das Digitalradio empfangen. "Das Digitalradio ist keine Vision mehr, sondern längst in der Realität angekommen", sagte Willi Steul, der Intendant des Deutschlandradios, am Montag auf dem Digitalradiotag der Medienanstalten auf der Technik-Messe IFA in Berlin.

Besonders stark gewachsen ist die Verfügbarkeit von Digitalradios in Fahrzeugen: Inzwischen sind dem Bericht zufolge 3,1 Millionen Autos mit DAB+ ausgestattet, mehr als doppelt so viele wie 2014. Im Gegensatz zu Ländern wie Großbritannien verlangten allerdings die meisten Autohersteller in Deutschland noch einen Aufpreis, damit das Autoradio auch die Digital-Programme über Antenne empfangen kann. In den vergangenen Jahren sei aber der Preis für das Digitalradio im Auto deutlich gesunken.

Ende 2016 werden mit 110 Sendern gut 92 Prozent der Fläche der Bundesrepublik mit DAB+ versorgt. Damit können über 95 Prozent der Bevölkerung Digitalradio empfangen. Der Ausbau von DAB+ ist nicht unumstritten. Kritiker wie der nordrhein-westfälische Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann (SPD) meinen, dass das Internet-Radio die Zukunft des digitalen Radios darstelle.

Dorothee Bär (CSU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für digitale Infrastruktur, verteidigte zum Start der Elektronikmesse IFA 2016 in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" den Digitalfunk DAB+. Gerade im Auto sei DAB+ überlegen. "Wollen beispielsweise in einem Stau alle Autofahrer gleichzeitig Radio über ihre Mobilfunkverbindung empfangen, ist die Funkzelle schnell überfordert." Darüber hinaus seien die Datenmengen im mobilen Download noch begrenzt, so dass mobiler Radioempfang "bis auf weiteres ein teures und nicht immer zuverlässiges Vergnügen" bleiben werde./chd/DP/stb