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ROUNDUP: Glas-Spezialist Schott an der Zwei-Milliarden-Umsatzschwelle

Donnerstag, 12.01.2017 14:41 von

MAINZ (dpa-AFX) - Mit neuen Entwicklungen im weltweiten Geschäft mit Spezialglas peilt die Mainzer Schott AG im laufenden Jahr Umsatz- und Gewinnsteigerungen von drei bis fünf Prozent an. "Wir investieren immer kräftiger", sagte der Vorstandsvorsitzende Frank Heinricht am Donnerstag in Mainz. Als Beispiele für aktuelle Produkte nannte er kratzfeste Glaskeramik-Kochflächen mit einer an Diamanten heranreichenden Härte und Glasröhrchen für Pharmahersteller mit millimetergenauen Abmessungen.

Mit der Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr würde Schott erstmals seit der Trennung vom Solargeschäft wieder über die Schwelle von zwei Milliarden Euro klettern. In dem Ende 2016 abgeschlossenen Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,99 Milliarden Euro, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Ohne den Verkauf von weiteren Geschäftsbereichen wäre der Umsatz um 4,5 Prozent gestiegen, sagte Finanzvorstand Jens Schulte. "Damit sind wir jetzt auch durch mit den Portfolio-Veränderungen."

Der Jahresüberschuss nach Steuern nahm 2015/16 um 47 Prozent auf 139 Millionen Euro zu. Unterm Strich weist die Bilanz ein Gesamtergebnis von 5,3 Millionen Euro aus - nach 65,4 Millionen im Jahr zuvor. Der Rückgang ist vor allem auf Belastungen bei den Pensionsrückstellungen aufgrund der niedrigen Marktzinsen zurückzuführen, was auch bei anderen Unternehmen auf diese Weise zu Buche schlägt.

Schott will in diesem Geschäftsjahr rund 200 Millionen Euro investieren, davon 80 Millionen an deutschen Standorten. Bereits im zurückliegenden Jahr wurden die Sachinvestitionen um elf Prozent auf 173 Millionen gesteigert. Finanzvorstand Schulte nannte als aktuellen Schwerpunkt unter anderem einen Neubau von Schmelzwannen für die Glasschmelze und eine Palettieranlage am Oberpfälzer Standort Mitterteich. Mit Blick auf ein zuletzt überdurchschnittlich hohes Wachstum in Asien errichtet Schott zudem ein neues Pharmaverpackungswerk in China.

In Asien macht Schott inzwischen bereits 26 Prozent seiner Geschäfte. Besonders kräftig sei hier das Wachstum in China, Korea und Thailand, sagte Heinricht. Als besondere Wachstumstreiber über alle Märkte hinweg nannte er den Gesundheitsmarkt mit Verpackungen für Pharmazeutika sowie Gehäuse für Airbag-Zünder und Gurtstraffer in der Automobilindustrie.

Das Unternehmen beschäftigt weltweit 15 071 Mitarbeiter, davon ein Drittel in Deutschland. Allein am Stammsitz in Mainz sind rund 2500 Menschen beschäftigt. Die Schott AG ist zu 100 Prozent im Besitz der Carl-Zeiss-Stiftung, die 1889 vom Physiker Ernst Abbe gegründet wurde./pz/DP/mis