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ROUNDUP: Geschäftsumbau belastet Stada - Konzerngewinn soll trotzdem steigen

Donnerstag, 10.11.2016 13:52 von

BAD VILBEL (dpa-AFX) - Der Pharmahersteller Stada (STADA Aktie) strebt trotz eines belastenden Geschäftsumbaus einen höheren Jahresgewinn an. Bereinigt um Sonder- und Währungseffekte soll zum Jahresende ein Gewinn von mindestens 180 Millionen Euro stehen, kündigte das Unternehmen aus Bad Vilbel bei Frankfurt am Donnerstag an. Im vergangenen Jahr hatte die Kennzahl bei knapp 166 Millionen Euro gelegen.

Aktuell muss das Unternehmen mit weltweit rund 10 500 Mitarbeitern erhebliche Belastungen durch einen Organisationsumbau tragen. Nicht profitable Geschäftsfelder seien aufgegeben und abgeschrieben worden. Im dritten Quartal halbierte sich der Konzerngewinn auf 18,3 Millionen Euro. Grund waren Finanzvorstand Helmut Kraft zufolge einmalige Wertberichtigungen unter anderem wegen der Einstellung des Brasilien-Geschäfts und des Rückzugs aus Ägypten. Auch für das Schlussquartal sei noch einmal mit Belastungen in niedriger zweistelliger Millionenhöhe zu rechnen.

Auch Währungseffekte in den wichtigen Märkten Großbritannien und Russland belasteten das Stada-Geschäft. Insbesondere russischen Konsumenten fehlten zudem die Mittel, auf eigene Rechnung Marken-Medikamente zu kaufen. Bereinigt um Sonder- und Währungseffekte fiel der Konzerngewinn mit 43,8 Millionen Euro um 4 Prozent höher als vor einem Jahr aus. Der Umsatz des Herstellers von Generika und freiverkäuflichen Apothekenprodukten blieb in dem Quartal mit 507,0 Millionen Euro weitgehend auf Vorjahresniveau.

Vorstandschef Matthias Wiedenfels bekräftigte die Wachstumsstrategie, gut eingeführte Markenprodukte auf weitere internationale Märkte zu bringen. Stada will zudem verstärkt Biotech-Arzneimittel vertreiben, die von Partnerfirmen hergestellt werden. Wiedenfels bekannte sich ausdrücklich zum Stammgeschäft der Nachahmer-Medikamente. "Generika sind unser Brot- und Buttergeschäft und bleiben unsere strategische Basis." Der Umsatzanteil solle langfristig zugunsten der lukrativeren Markenprodukte von 60 auf 40 Prozent zurückgehen. Für Zukäufe könne man jährlich zwischen 250 und 350 Millionen Euro aufbringen.

Keinen Kommentar gaben die Vorstände zu Berichten, dass Stada im Visier von Finanzinvestoren steht. Man konzentriere sich auf die eigene klare Wachstumsstrategie, erklärte Wiedenfels./ceb/nmu/DP/stb