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ROUNDUP: Frankfurt wird neues Ziel für Billigflieger Wizz

Dienstag, 14.02.2017 12:13 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Branchenführer Ryanair landet der nächste stark wachsende Billigflieger am Frankfurter Flughafen. Die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air kündigte am Dienstag eine Verbindung nach Sofia ab Mai und eine nach Budapest ab dem 15. Dezember an. Sie tritt damit in direkte Strecken-Konkurrenz zur Lufthansa (Lufthansa Aktie) , die die Hauptstädte von Bulgarien und Ungarn schon lange im Programm hat. Auch Europas größter Billigflieger Ryanair startet ab März zu Sonnenzielen von dem Drehkreuz, das bislang vor allem von Lufthansa genutzt wird.

Frankfurt galt lange wegen hoher Gebühren und komplizierter Abläufe als schwieriges Pflaster für Billigflieger. Mit einer neuen, vom Land Hessen genehmigten Gebührenordnung bietet der Betreiber Fraport (Fraport Aktie) neuen Anbietern deutliche Einstiegsrabatte. "Diese Tabelle ist einer der Gründe, warum wir heute hier sind", sagte Wizz-Manager George Michalopoulos in Frankfurt. Es sei hier auch möglich, ein Flugzeug innerhalb von 35 Minuten zu drehen, also nach der Landung wieder an den Start zu bringen.

Lufthansa und andere etablierte Fluggesellschaften hatten die Anreize scharf kritisiert, die für zusätzliches Angebot eingeräumt werden. Fraport hatte das Schema ändern müssen, weil es zunächst Billigflieger eindeutig bevorzugte. Nun gibt es Rabatte für jede Fluggesellschaft, die ein neues Angebot bietet. Für 2018 hat Lufthansa den Markteinstieg ihrer Billigtochter Eurowings in Frankfurt angekündigt.

Der Wizz-Einstieg sei ein "starkes Signal für Low-Cost-Verkehre in Frankfurt", sagte Fraport-Vetriebsmanager Winfried Hartmann. "Da werden wir noch deutlich mehr sehen." Man rechne mit einer Ausweitung der Programme bei bestehenden Anbietern und sei mit weiteren Gesellschaften in Gesprächen. Michalopoulos äußerte sich nicht zu weiteren Zielen, die ab Frankfurt angeflogen werden könnten.

Wizz ist mit aktuell 77 Flugzeugen an 27 Basen vor allem in Ost- und Mitteleuropa aktiv und hat im vergangenen Jahr knapp 23 Millionen Passagiere geflogen. Das Unternehmen plant weiteres starkes Wachstum, auch wenn die Steigerungsraten in Großbritannien rückläufig waren. Der Brexit habe aber nichts mit der Entscheidung für Frankfurt zu tun, sagte Michalopoulos. "Es ist einfach eine gute Gelegenheit."

Eine gegenteilige Entwicklung zeigt sich am zweiten Lufthansa-Drehkreuz München. Dort hat die Air France-Billigtochter Transavia ihren Rückzug angekündigt, da Eurowings dort vier Flugzeuge stationiert./ceb/DP/stb