ROUNDUP: Flughafen Hahn erwartet leichten Rückgang der Passagierzahl

Freitag, 16.09.2016 16:22 von

HAHN (dpa-AFX) - Der Chef des verschuldeten Hunsrück-Flughafens Hahn, Markus Bunk, rechnet in diesem Jahr mit einem leichten Minus bei der Passagierzahl. "Von 2015 auf 2016 wird es einen kleinen Rückgang geben", sagte Bunk der Deutschen Presse-Agentur. "Wichtig ist, dass wir nicht um zehn Prozent abstürzen. Das ist im Moment nicht ersichtlich." Vorher war der Trend leicht positiv: Auf 2,45 Millionen Passagiere im Jahr 2014 folgten 2,67 Millionen im vergangenen Jahr.

Der defizitäre Flughafen Hahn gehört zum Großteil dem Land Rheinland-Pfalz und zum kleinen Teil Hessen. Er soll verkauft werden. Ein erster Versuch der rheinland-pfälzischen Regierung war gescheitert. Das Innenministerium hat den Verdacht, dass ein Bankbeleg der chinesischen Firma SYT gefälscht war.

Der Platzhirsch am Flughafen Hahn, Billigflieger Ryanair, will von Ende Oktober an erstmals auch den nur 100 Kilometer entfernten Airport Luxemburg in sein Programm aufnehmen. Im Gegenzug verringert das irische Unternehmen am Airport Hahn nach Bunks Worten voraussichtlich geringfügig sein Angebot. "Das belastet uns natürlich." Außerdem baue Ryanair den Standort Köln/Bonn massiv aus - werde dort aber auch sehr viele Neukunden anlocken.

Zugleich wachse am Hahn jedoch die ungarische Airline Wizz Air mit Routen vorrangig gen Osten bei der Passagierzahl, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau, sagte Bunk. "Der Anteil von Ryanair an unserem Passagiergeschäft beträgt nicht mehr wie vor einigen Jahren 95 Prozent, sondern mittlerweile nur noch 83 Prozent." Deutlich eingebrochen ist aber das Frachtgeschäft im Hunsrück.

Ryanair hat einen Vertrag mit dem Flughafen Hahn für fünf Jahre kürzlich verlängert. Der Aufsichtsrat war nach Angaben seines Vorsitzenden Salvatore Barbaro (SPD) vorher darüber informiert. Die Mitglieder des Aufsichtsrates seien nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich umfassend von der Landesregierung in Kenntnis gesetzt worden, sagte Barbaro am Freitag im rheinland-pfälzischen Landtag. CDU-Fraktionsvize Alexander Licht hatte vermutet, die Verlängerung des Vertrags habe dem Aufsichtsrat vor Abschluss nicht vorgelegen./jaa/fdo/DP/fbr