Probleme bei der Darstellung von ARIVA.DE?

  • Laden unsere Charts bei Ihnen nicht?
  • Wird unser Forum bei Ihnen nicht korrekt dargestellt?

Sie nutzen einen Adblocker, der hierfür verantwortlich ist. Hierauf hat ARIVA.DE leider keinen Einfluss. Bitte heben Sie die Blockierung von ARIVA.DE in Ihrem Adblocker auf.

Probleme bei der Darstellung von ARIVA.DE?

Top-Thema

16:32 Uhr
GESAMT-​ROUNDUP: Gipfel einigt sich auf Mini-​Kompromisse - Fiasko knapp vermieden

ROUNDUP/Finanzmärkte reagieren enttäuscht auf Trump-Pressekonferenz

Donnerstag, 12.01.2017 10:55 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die erste Pressekonferenz mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump seit den Wahlen hat die Anleger an den Finanzmärkten enttäuscht. Der Dollar (Dollarkurs) verlor an Wert, die Kurse an den Börsen gaben nach und Anleger flüchteten in als sicher geltende Anlagehäfen. Zwar betonte Trump, er werde "der größte Arbeitsplatzbeschaffer sein, den Gott je geschaffen hat." Substanziell hat die Konferenz nach Einschätzung von Ökonomen aber keine Klarheit über die künftige Wirtschaftspolitik gegeben.

Dominierende Themen bei der Pressekonferenz waren stattdessen jüngste unbewiesene Berichte, wonach Russland belastendes Material gegen Trump besitze, sowie Trumps Pläne, wie er künftig seine Tätigkeit als Präsident von seinen Privatgeschäften trennen will. "Insgesamt ist die Pressekonferenz aus Investorensicht als Enttäuschung zu verbuchen", sagt Dirk Gojny, Experte bei der National-Bank.

HOFFNUNGEN AUF KONJUNKTURPAKET GEDÄMPFT

Die Erwartungen auf ein milliardenschweres Konjunkturprogramm und Steuersenkungen wurden gedämpft, weil hiervon bei der Konferenz keine Rede war. "Die Hoffnung auf ein Konjunkturpaket, das die Inflation anfacht, steht damit weiterhin auf wackligen Füßen", sagt Thu Lan Nguyen, Expertin bei der Commerzbank (Commerzbank Aktie) .

Dabei waren es genau diese Hoffnungen, die in den vergangenen Wochen die Kurse an den Aktienmärkten nach oben getrieben hatten. Kurz vor der Pressekonferenz hatte sich der wichtigste US-Leitindex Dow Jones Industrial sogar an die bisher noch nie erreichte Marke von 20 000 Punkten herangetastet.

AKTIEN UND DOLLAR GEBEN NACH

Während Trumps Auftritt geriet der US-Leitindex aber unter Druck. Besonders Aktien von Pharmaunternehmen gaben nach, weil Trump mit kritischen Bemerkungen über die Branche den Eindruck erweckte, dass er - wie von den Demokraten im Wahlkampf gefordert - die Medikamentenpreise deckeln könnte. Auch bis nach Deutschland wirkte die schlechte Stimmung der Börsianer nach. Der Leitindex Dax verlor am Donnerstag nach Handelsstart fast ein halbes Prozent. Besonders betroffen wie in den USA auch hier Pharmawerte.

Die Enttäuschung über Trumps Auftritt zeigte sich auch am Kurs des US-Dollar. Er gab zu anderen wichtigen Währungen deutlich nach. Der Euro stieg im Gegenzug bis Donnerstagvormittag auf den höchsten Stand seit Jahresbeginn bei 1,0665 Dollar. Damit hat die Gemeinschaftswährung seit der Pressekonferenz zwei Prozent an Wert gewonnen.

PESO AUF REKORDTIEF - ANLEGER FLÜCHTEN IN SICHERE HÄFEN

Außerdem sorgte Trump beim mexikanischen Peso für Bewegung, indem er einmal mehr gegen Mexiko wetterte und ankündigte, mit dem Bau der Mauer zum südlichen Nachbarland möglichst bald zu beginnen. Der Peso fiel während der Konferenz auf ein neues Rekordtief. Zwischenzeitlich war ein Dollar erstmals in der Geschichte über 22 Peso wert. Wegen der hohen Abhängigkeit Mexikos vom Handel mit den USA reagiert der Peso besonders stark auf politische Entwicklungen im nördlichen Nachbarland. Seit dem Wahlsieg Trumps im November hat der Peso etwa 20 Prozent an Wert eingebüßt.

Während Anleger den Dollar und Aktien mieden, setzten sie auf als sicher geltende Anlagehäfen - ein klares Zeichen für Verunsicherung. Der als besonders sichere Währung geltende japanische Yen legte kräftig zu. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold (Goldkurs) kletterte am Donnerstag erstmals seit sieben Wochen wieder über 1200 US-Dollar. Auch die Kurse von als sicher geltenden Staatspapieren wie deutschen Anleihen legten zu. Die Renditen gerieten im Gegenzug unter Druck./tos/jkr/fbr