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ROUNDUP: Deutschlands Exportwirtschaft erhält Dämpfer - Experten sehen Risiken

Dienstag, 08.11.2016 09:43 von

WIESBADEN (dpa-AFX) - Der deutsche Außenhandel hat zuletzt einen leichten Dämpfer erhalten. Experten sehen zwar vorerst kein Alarmsignal. Mögliche negative Überraschungen vor allem aus den USA, Großbritannien oder China könnten den Außenhandel aber künftig empfindlich treffen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, lagen die Ausfuhren deutscher Unternehmen im September 0,7 Prozent niedriger als im Vormonat. Die Einfuhren nach Deutschland fielen um 0,5 Prozent. Bei den Exporten hatten Experten einen etwas deutlicheren Rückgang erwartet, bei den Importen dagegen einen schwächeren.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sieht die Entwicklung im September aber nicht ganz so schwach aus. Hier wurde ein Anstieg um 0,9 Prozent verzeichnet. Die Importe gingen nach dieser Abgrenzung um 1,4 Prozent zurück. "Aufgrund der sehr starken Vormonatsentwicklung schrillen noch keine Warnglocken", kommentiert Stefan Kipar, Experte bei der Bayerischen Landesbank. Das Brexit-Votum habe offensichtlich bislang nicht zu einem Einbruch der Exporte insgesamt geführt. Die Ausfuhren nach Großbritannien hätten zwar im Juli einen Rückgang zum Vormonat verzeichnet, trotzdem aber im Juli und August jeweils noch ihr Mai-Niveau überschritten.

Während der Sommermonate seien fast 25 Prozent der deutschen Exporte aus den USA, Großbritannien und China nachgefragt worden, schreibt Carsten Breszki, Deutschland-Chefvolkswirt bei der Bank Ing-Diba. "Zugleich ist diese Stärke aber auch die größte Achillesferse für die deutschen Exporte. Der jüngste Sturzflug des Pfund Sterlings dürfte Spuren im deutschen Außenhandel hinterlassen." Hinzu käme die Gefahr eines verstärkten Protektionismus in den USA sowie einer erneuten überraschenden Wachstumsschwäche in China.

Im Vorjahresvergleich legten die Exporte im September in Länder der Europäischen Union (EU) zu, während die Ausfuhren in den Rest der Welt sanken. Gleichzeitig schrumpften die Importe von außerhalb der EU deutlich stärker als die Einfuhren aus EU-Ländern./tos/fbr