ROUNDUP: Den Deutschen ist Fisch auf dem Teller weiter lieb und auch teuer

Mittwoch, 07.09.2016 14:49 von

HAMBURG (dpa-AFX) - Fisch auf dem Teller ist den Deutschen weiter lieb und auch teuer. So blieb die Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten im vergangenen Jahr trotz teils höherer Preise mit 1,15 Millionen Tonnen stabil, wie das Fisch-Informationszentrum (FIZ) am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Das entspreche einem Pro-Kopf-Verbrauch von 14,1 Kilogramm - 200 Gramm weniger als im Jahr zuvor. Für das laufende Jahr rechnet der FIZ-Vorsitzende Thomas Lauenroth mit einem Anstieg auf bis zu 14,4 Kilogramm pro Kopf.

Die Umweltorganisation Greenpeace warnte vor einer weiteren Überfischung der Meere und forderte die Bundesbürger auf, weniger Fisch zu essen. "Fisch muss wieder (...) zur Delikatesse für besondere Gelegenheiten werden", sagte der Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack. Er forderte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) auf, die industrielle Fischerei einzuschränken.

"Niemals zuvor wurde in Deutschland mit 3,7 Milliarden Euro mehr Geld im Einkauf von Fisch und Co. ausgegeben als im Jahr 2015", betonte Lauenroth. So sei die Einkaufsmenge im Vergleich zu 2014 zwar nur um ein Prozent auf knapp 421 000 Tonnen gestiegen. Die Verbraucher gaben aber mehr Geld aus. Hauptursache dafür war nach Einschätzung des FIZ der Hang zu vorverpackten und damit teureren Fischereierzeugnissen, aber auch höhere Preise. So stiegen die Verkaufspreise von Fischprodukten mit durchschnittlich zwei Prozent deutlich stärker als die Nahrungsmittelpreise allgemein.

Wie 2014 war der Lachs der beliebteste Speisefisch, gefolgt von Alaska-Seelachs, Hering, Thunfisch und Forelle. Auf diese fünf Fischarten entfielen im vergangenen Jahr rund drei Viertel des Fischkonsums in Deutschland. Insgesamt lag der Anteil der Seefische bei 60,3 Prozent, Süßwasserfische kamen auf 29,3 Prozent. Der Rest entfiel auf Krebs- und Weichtiere. Wie in den Jahren zuvor aßen 2015 die Norddeutschen den meisten Fisch: In Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg waren es je 6,7 Kilogramm pro Kopf. In Baden-Württemberg waren es mit 4,8 Kilogramm fast zwei Kilogramm weniger./klm/DP/stb