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ROUNDUP: 'Charlie Hebdo' startet in Deutschland mit Spott für Merkel und Petry

Donnerstag, 01.12.2016 10:47 von

PARIS/BERLIN (dpa-AFX) - Das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" hat am Donnerstag seine erste deutsche Ausgabe auf den Markt gebracht. Es nahm sich zum Start sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry vor. Eine Karikatur auf der letzten Seite zeigt die AfD-Chefin mit einer an Adolf Hitler erinnernden Frisur. Der Text dazu lautet: "Den Scheitel hat sie schon. Fehlt nur noch das Bärtchen!".

Auf der Titelseite liegt die Kanzlerin auf der Wartungsrampe, ein Automechaniker schleppt ein Ersatzteil herbei: "Ein neuer Auspuff und es geht noch 4 Jahre weiter." Die neue deutsche Ausgabe erscheint wöchentlich und hat wie die französische 16 Seiten. Zum Start wurden 200 000 Exemplare gedruckt.

Das französische Magazin ist für seine bissige und oft provokante Satire bekannt. Es erlangte international traurige Berühmtheit, als vor knapp zwei Jahren zwei Islamisten einen Anschlag auf die Redaktion begingen und zwölf Menschen ermordeten, darunter mehrere bekannte Zeichner.

Zunächst enthält die deutsche Ausgabe vor allem übersetzte Texte und Zeichnungen der französischen Redaktion. Die Macher wollen künftig zwar auch mit deutschen Zeichnern und Kolumnisten zusammenarbeiten, aber dem Ton von "Charlie" treu bleiben.

Ob dieser Stil auch in Deutschland ankommt? "Wir werden sehen, aber ich glaube schon", sagte die Chefredakteurin der deutschen Ausgabe, die unter dem Pseudonym Minka Schneider auftritt. "Also natürlich gibt es viele Referenzen zu Frankreich, französischer Geschichte und Politik und so weiter", erläuterte die deutsche Journalistin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Paris. Die Themen seien aber größtenteils universell.

"Sachen wie Trump oder Brexit: Das betrifft ja nicht die Franzosen alleine. Es ist aber spannend zu sehen, wie die Franzosen darauf blicken." Sie erwarte, dass Leser in Deutschland auch überrascht sein werden - etwa, weil "Charlie" zu großen Teilen auch aus Texten besteht und darin viele ernste Themen behandelt.

Für Deutschland habe das Magazin sich entschieden, weil es hier nach den Anschlägen besonders viel Solidarität gegeben habe. "Die Ausgabe eine Woche danach haben echt viele Leute gekauft, obwohl die auf Französisch war", erzählte Schneider.

Sie berichtet, dass sie sich schnell an die besonderen Arbeitsbedingungen in der Pariser Redaktion gewöhnt habe, die nach wie vor streng geschützt wird. "Es fühlt sich für mich an wie in einer normalen Redaktion. Diese Sicherheitsleute agieren schon so, dass man sie eigentlich nicht bemerkt."/ah/sku/jca/DP/fbr