ROUNDUP: CD-Pionier EDC entlässt rund 260 Mitarbeiter

Freitag, 30.09.2016 15:32 von

HANNOVER (dpa-AFX) - Der angeschlagene CD-Pionier EDC aus Hannover plant Entlassungen. Zum 31. Dezember sollen im Einvernehmen zwischen Geschäftsführung, der IG BCE und dem Betriebsrat 263 Stellen wegfallen. 2017 sollen nach derzeitiger Planung noch mehr als 300 Mitarbeiter in Hannover beschäftigt sein, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Vor allem Streaming-Dienste wie Spotify und Netflix (Netflix Aktie) lassen den CD- und DVD-Markt seit Jahren schrumpfen.

Den Betroffenen, vor allem in der Logistiksparte, aber auch in Produktion und Verwaltung, soll gekündigt werden. Seit März versucht das Unternehmen, mit einem sogenannten Schutzschirmverfahren einer drohenden Insolvenz vorzubeugen. Das Geschäft mit regionalen Kunden unter anderem aus Musik, Video oder Games laufe gut, gesucht werde nach wie vor nach einem Investor, hieß es von EDC.

Zwar habe die CD immer weniger Marktanteil, sei aber insbesondere in Deutschland und Europa für die Kunden noch wichtig, sagte einer der Restrukturierungsexperten des Unternehmens, Manuel Sack. EDC habe in den vergangenen Jahren mehrere Sanierungsrunden hinter sich gebracht. "Die Kunden wünschen sich, dass ein Investor Ruhe hereinbringt." Es seien viele Gespräche mit potenziellen Interessenten geführt worden. Es habe Absagen gegeben, aber einige Gespräche liefen noch.

EDC setzte für 2014 knapp 100 Millionen Euro um. Unter dem Strich liefen damals rund 151 000 Euro Fehlbetrag auf. Das Vorjahr 2013 hatte noch 752 000 Euro Nachsteuergewinn gebracht.

EDC hat nach eigenen Angaben 1982 in Hannover mit der weltweit ersten Massenfertigung von CDs begonnen. 1898 startete bei der Vorgängergesellschaft Deutsche Grammophon in dem Werk die Massenproduktion von Schellackplatten, 1951 wurde mit der Massenherstellung von Langspielplatten aus Kunststoff begonnen. 1965 wurde die Herstellung von Musikkassetten gestartet./eks/DP/tos