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ROUNDUP: Bewertung von Rocket-Beteiligung Home24 mehr als halbiert

Donnerstag, 08.09.2016 10:41 von

BERLIN (dpa-AFX) - Die Start-up-Fabrik Rocket Internet muss bereits bei der zweiten Beteiligung in diesem Jahr die Bewertung in einer Finanzierungsrunde zusammenstreichen. Der Online-Möbelhändler Home24 wurde bei einer neuen Finanzspritze mit 420 Millionen Euro bewertet, wie Rocket Internet am späten Mittwoch mitteilte. Zuvor hatte die Bewertung bei 981 Millionen gelegen.

Die Bewertung entscheidet darüber, welchen Anteil ein Investor in einer Finanzierungsrunde für einen bestimmten Betrag bekommt. Ermittelt wird sie unter anderem auf Basis der Erwartungen zum künftigen Geschäft. Die Rocket-Aktie sank im frühen Handel um rund fünf Prozent.

Es ist nicht der erste Dämpfer für Rocket Internet, den wohl bekanntesten Start-up-Entwickler in Deutschland. Im Frühjahr war schon die Bewertung der Global Fashion Group, in der mehrere Rocket-Beteiligungen im Modehandel zusammengefasst sind, von 2,8 Milliarden Euro im Vorjahr auf eine Milliarde Euro in der neuen Finanzierungsrunde gesunken.

Im ersten Halbjahr trug dieser Schritt mit 383 Millionen Euro zum Sechsmonats-Verlust von 617 Millionen Euro bei Rocket Internet bei. Schon im vergangenen Jahr sollte der Kochboxen-Versender HelloFresh mit einer Bewertung von mehreren Milliarden an die Börse gehen, doch die Aktienplatzierung wurde abgesagt, weil der angepeilte Preis nicht zu erreichen war.

Home24 bekam in der neuen Finanzierungsrunde einen Betrag von 20 Millionen Euro. Von Rocket kamen dabei 1,4 Millionen. Der Anteil des Start-up-Entwicklers sei dadurch von 44,6 auf 42,9 Prozent gesunken.

Rocket Internet hält Beteiligungen an Internet-Firmen mit dem Fokus auf Online-Handel sowie Essenszustellung. Rocket-Chef Oliver Samwer bekräftigte auch nach dem Halbjahresverlust das Ziel, bis Ende 2017 drei Beteiligungen operativ profitabel zu machen. Bisher steckten die wichtigsten Rocket-Beteiligungen allesamt selbst beim bereinigten operativen Ergebnis in den roten Zahlen. Samwer erklärte stets, im Online-Handel seien Anfangsjahre mit hohen Investitionen und Verlusten unvermeidbar, um die nötige Größe zu erreichen.

Ausführliche Zahlen zum Rocket-Geschäft im ersten Halbjahr soll es am 22. September geben./so/DP/stb