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ROUNDUP: BASF bestätigt auch nach Explosionsunglück Jahresziele

Donnerstag, 27.10.2016 08:28 von

LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX) - Der Chemiekonzern BASF (BASF Aktie) bleibt auch nach dem tödlichen Explosionsunglück am Stammsitz vor gut einer Woche bei seinen Zielen für das Gesamtjahr 2016. BASF gehe davon aus, dass die Einschränkungen in Logistik und Versorgung infolge des Brands zwar das Ergebnis des Geschäftsjahres belasten werden, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag in Ludwigshafen mit. Dies führe jedoch nicht zu einer Änderung des Ausblicks 2016.

Der Umsatz soll wegen des Verkaufs des Gashandelsgeschäfts "deutlich" zurückgehen. Das operative Ergebnis (Ebit vor Sondereinflüssen) dürfte "leicht" und damit um bis zu zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. 2015 hatte der Konzern bei einem Umsatz von 70,5 Milliarden operativ 6,74 Milliarden Euro verdient.

BASF hat vor allem wegen des Unglücks kurzfristig zu einer Pressekonferenz nach Ludwigshafen eingeladen, um aktuelle Informationen dazu zu geben. Bei der Explosion starben drei Menschen, insgesamt 30 Menschen wurden verletzt, acht davon schwer. Die genaue Ursache des Unglücks ist noch nicht bekannt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankenthal hatte zuvor eine Fremdfirma an einer Rohrleitung gearbeitet. Da BASF bereits vor gut zwei Wochen überraschend Eckdaten für das dritte Quartal vorgelegt hatte, rückt die Vorlage des kompletten Berichts eher in den Hintergrund.

Von Juli bis Ende September hinterließen vor allem die fehlenden Erdgashandelsaktivitäten tiefe Spuren in der BASF-Bilanz. Im Zuge eines Tausches hatten die Ludwigshafener ihr Gashandels- und Gasspeichergeschäft an den russischen Energieriesen Gazprom (Gazprom ADR Aktie) abgegeben. Der Umsatz schrumpfte um ein Fünftel auf 14 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach um 22 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro ein. Bereinigt um Einmaleffekte ging das operative Ergebnis um 5 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro zurück. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sank um 27 Prozent auf 888 Millionen Euro.

Neben dem Öl- und Gasgeschäft, das aufgrund des fehlenden Erdgashandelsgeschäfts aber auch wegen weiterhin niedriger Öl- und Gaspreise einen Umsatz- und Gewinneinbruch verzeichnete, entwickelte sich im dritten Quartal auch das Geschäft mit Basis-Chemikalien vor allem wegen niedriger Verkaufspreise schlechter. Besser lief es für BASF mit chemischen Zusatzstoffen (Performance Products) sowie Lacken, Kunst- und Baustoffen (Functional Materials & Solutions). Die Pflanzenschutz-Sparte (Agricultural Solutions) profitierte von besseren Margen in Europa, Asien und Südamerika sowie geringeren Fixkosten./mne/jha/fbr